Was viele spüren, bestätigt jetzt auch eine neue Klimastudie: In Österreich regnet es immer öfter im Winter - im Sommer bleibt's dafür zunehmend trocken. Die Folge: Felder müssen häufiger künstlich bewässert werden, besonders in Ostösterreich.
"Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Wasserverfügbarkeit aus", warnt Umweltminister Norbert Totschnig. Erste Ergebnisse der Studie "Wasser im Klimawandel" zeigen: Bis zur Mitte des Jahrhunderts soll der Sommerniederschlag um bis zu 15 Prozent sinken. Im Winter dagegen rechnen Forscher mit einem Plus von bis zu zehn Prozent.
Die Analyse wird derzeit von GeoSphere Austria gemeinsam mit der TU Wien, der Universität Graz und der BOKU durchgeführt. Laut GeoSphere-Hydroklimatologe Klaus Haslinger deuten neue Klimaszenarien auf mehr Regen im Flachland und mehr Schnee im Hochgebirge hin - allerdings bleibt die Schneedecke kürzer liegen.
Der Temperaturanstieg sorgt zusätzlich für mehr Verdunstung. Das bedeutet: Wasser, das im Winter zu viel ist, fehlt im Sommer. Besonders betroffen sind trockene Regionen wie das Weinviertel oder das nördliche Waldviertel. Gleichzeitig nehmen Starkregen und lokale Überflutungen zu - das zeigen bereits heutige Messdaten.
Ob der Klimawandel auch großflächige Überschwemmungen durch Dauerregen begünstigt, ist laut GeoSphere bisher nicht eindeutig nachgewiesen. Unklar sei zudem, wie sich etwa Adria-Tiefs künftig entwickeln.
Die Studie liefert vorläufige Trends als Ergänzung zu den offiziellen Klima-Szenarien, die 2027 erscheinen sollen. Bereits jetzt werden Entwicklungen beim Grundwasser, bei Hoch- und Niedrigwasser, Verdunstung und Schneeschmelze bis 2100 analysiert - als Basis für Landwirtschaft, Raumplanung und Wasserwirtschaft. Bis zum Herbst sollen die Ergebnisse mit Modellen der TU Wien verfeinert werden.