Die indigene Bevölkerung im peruanischen Hochland besitzt eine erstaunliche genetische Besonderheit: Ihr Körper kann Stärke besser verdauen als jede andere Population weltweit. Der Grund dafür liegt in einem winzigen Enzym namens Amylase, das im Speichel vorkommt und Stärke bereits im Mund in Zucker aufspaltet.
Verantwortlich dafür ist das Amylase-Gen, von dem es bei manchen Menschen mehrere Kopien gibt. Je mehr Kopien jemand hat, desto effektiver kann der Körper Stärke verarbeiten. Und genau hier stechen die Quechua-sprachigen Bewohner der Anden alle anderen aus.
Wie spektrum.de berichtet, haben Wissenschaftler um Omur Gokcumen von der University at Buffalo in New York insgesamt 85 verschiedene Bevölkerungsgruppen untersucht. Das Ergebnis: Die Quechua aus Peru haben die höchste Anzahl an Kopien des Amylase-Gens.
Der Hintergrund dieser genetischen Anpassung reicht rund 10.000 Jahre zurück. Damals begannen die Menschen im Hochland der Anden, die Kartoffel systematisch anzubauen und zu züchten. Mit diesem Schritt wurde die stärkereiche Knolle zum Grundnahrungsmittel.
Wer die gelieferte Stärke besonders gut abbauen konnte, war ernährungsphysiologisch klar im Vorteil. Dieser evolutionäre Selektionsdruck sorgte über die Jahrtausende dafür, dass sich das Gen immer weiter vervielfältigte.
Übrigens: Auch in der europäischen Bevölkerung ist ein ähnlicher Trend zu beobachten. Mit dem Aufkommen des Ackerbaus stieg auch hier die Kopienzahl des Amylase-Gens an – wenn auch nicht so stark wie bei den Andenbewohnern.