Helga Krismer (Die Grünen), unter anderem Klubobfrau und Kultursprecherin im Landtag Niederösterreich, übt heftige Kritik an der Niederösterreichische Kulturwirtschaft GmbH (NÖKU) in Baden (Bezirk Baden, NÖ). Das Orchester der Bühne Baden wurde entlassen.
Krismer sieht die Entlassung des Orchesters der Bühne Baden als Verlust für alle: "Wie unsensibel kann man sein, wenn man die herausragenden NÖ Tonkünstler verpflichtet, die Bühne Baden mit den Genres Musical und Operette zu übernehmen. Es gibt auch keine Heavy Metal Drummer, die auf Druck Jazz spielen." Die NÖKU GmbH musste einsparen.
Die NÖ Tonkünstler scheinen außerdem bereits viel beschäftigt zu sein: Tätigkeit an fünf Residenzen und auch Repräsentation von Niederösterreich und Österreich bei Auslandstouren. "NÖ Tonkünstler sind kein Badener Orchester", so Krismer.
Ihre Kritik richtet sich dabei gleich an mehrere Stellen: die Stadtgemeinde, die NÖKU, die ÖVP Baden, die Landeshauptfrau und die neue Stadtregierung. Die Stadtgemeinde selbst habe laut Aussendung eine Sperrminorität mit 26 Prozent in der NÖKU GmbH.
Auch konkrete Erwartungen gibt es in der Aussendung der Grünen im niederösterreichischen Landtag: "Ein Machtwort von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, dass sie sich für die NÖ Tonkünstler einsetzt und das Orchester der Bühne Baden nicht vor die Tür setzt."
"Die NÖKU GmbH hat einen überdimensionierten Fördervertrag mit dem Land NÖ, wie schon der Landesrechnungshof dargestellt hat, und zusätzlich Millionen auf der hohen Kante. Die Politik in Person der Landeshauptfrau muss endlich auf die Bremse steigen", erklärt Krismer und bezieht sich dabei auf das umstrittene Budget der NÖKU – "Heute" berichtete bereits.
Das Land und auch die ÖVP Baden haben laut Krismer im Jahr 2009 "einen schlechten Gesellschaftervertrag mit der NÖKU beschlossen." Die Stadt Baden zahle circa 1,3 Millionen Euro an die Gesellschaft und für das Angebot von Kurkonzerten weitere 255.000 Euro. "Wenn die neue Stadtregierung keine Kurkonzerte mehr braucht, dann soll sie es öffentlich sagen und sich nicht mit 26 % Beteiligung verstecken“, poltert Krismer gegen die Stadtregierung.