Mahnmal gegen "Rabattschlacht"

Wiener City – Spektakuläre Aktion gegen Billigmode

In Wien versinkt eine riesige Erdkugel im Altkleiderberg - ein starkes Zeichen gegen "Fast Fashion" und Rabattschlachten wie beim "Black Friday".
Bernd Watzka
26.11.2025, 11:29
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Mehr als 500 Tonnen Altkleidung landen täglich in Österreichs Müll - viele Stücke ungetragen. Rund um den "Black Friday" wird das Problem noch größer: Billigmode von Plattformen wie Temu oder Shein überschwemmt den Markt, oft mit zweifelhaften Rabatten und katastrophalen Folgen für Umwelt und Menschen.

Billig-Kleidung zerfällt zu Mikroplastik

Gegen "Kaufrausch", "Rabattschlacht" und "Konsumzwang" richtet sich die jüngste Aktion von Global 2000, Caritas Wien und Volkshilfe Wien in der Wiener Innenstadt am 26. November. Vor einer riesigen Erdkugel im Altkleiderberg warnt Anna Leitner von Global 2000: "Diese Kleidung ist minderwertig, kurzlebig und zerfällt in Mikroplastik, das sich in unserem Körper anreichert."

Jedes 10. Kleidungsstück ungenutzt im Müll

Mode steht mittlerweile noch vor Elektronik an der Spitze der "Black Week"-Käufe. Die Realität: Fast jedes zehnte Kleidungsstück landet ungenutzt im Müll. Dabei stecken in jeder Hose produktionstechnisch viel Wasser, Energie und Chemie - und vor allem menschliche Arbeit.

Kreislaufwirtschaft funktioniert

Die Alternativen liegen auf der Hand - und in der Nachbarschaft: Second-Hand-Läden wie die carlas der Caritas oder die Volkshilfe-Vintage-Shops bieten nachhaltige Mode mit Mehrwert. "Wir schaffen Arbeitsplätze, sparen Ressourcen und zeigen, dass Kreislaufwirtschaft funktioniert - und Spaß macht", sagt Oliver Türkoglu (Caritas).

Auch Claudia Bernatz von der Volkshilfe betont: "Jeder Euro wirkt doppelt: ökologisch und sozial. Aus einer Kleiderspende wird oft eine neue Perspektive."

Volkshilfe, Caritas und Global 2000 bei der Aktion am Mittwoch, 26. November gegen Billigmode.
Hertel

"Fast Fashion" (dt. schnelle Mode) bezeichnet ein Geschäftsmodell in der Bekleidungsindustrie, bei dem Kollektionen zu niedrigen Preisen schnell produziert und verkauft werden. Der Ausdruck wird seit den 1990er-Jahren verwendet und kann verschiedene Aspekte in einer sich beschleunigenden Modeindustrie meinen. "Fast Fashion" steht dabei unter ökologischen, sozialen und ökonomischen Gesichtspunkten in der Kritik.

Anti-"Fast Fashion"-Gesetz gefordert

Global 2000 fordert nun konkrete Schritte: ein Anti-Fast-Fashion-Gesetz, ein Verbot aggressiver Werbung durch Billigplattformen, Entsorgungsabgaben für Textilmüll - und endlich faire Rahmenbedingungen für nachhaltige Anbieter in Österreich. Fakt ist: Das beste Kleidungsstück ist eines, das gar nicht erst neu produziert werden muss.

{title && {title} } bw, {title && {title} } Akt. 26.11.2025, 11:33, 26.11.2025, 11:29
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