"Graf Fauchi" & "Blutsauger"

Wiener Comic-Künstler lehrt Groß und Klein das Gruseln

Gleich zwei Vampir-Bücher des Wiener Comic-Zeichner André Breinbauer liefern schaurig-schrägen Lesestoff für Halloween.
24.10.2026, 16:09
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Wer bei Vampiren nur an Transsylvanien denkt, hat die Rechnung ohne André Breinbauer gemacht.

Der Wiener Comic-Zeichner schickt die Untoten mitten in die Großstädte. In seinen Geschichten lauert das Grauen zwischen Wiener Altbauten und dem Hamburger Vergnügungsviertel von St. Pauli.

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Passend zu Halloween stehen gleich zwei seiner Werke im Mittelpunkt. In der Graphic Novel "Blutsauger" erzählt Breinbauer eine Vampirgeschichte, die klassische Gruselmotive mit sehr realen Problemen verbindet.

Ein Nosferatu-ähnlicher Untoter macht die Wiener Altstadt unsicher. Doch nicht nur Vampire zeigen darin ihre Zähne. Auch Immobilienspekulanten, rücksichtslose Vermieter, Verdrängung und soziale Ungleichheit werden zum Thema.

"Ursprünglich wollte ich eigentlich ein Sci-Fi-Comic machen. Doch jeder Comiczeichner muss mal essen, und der Kühlschrank war leer – also auf zum Supermarkt im 15. Bezirk in Wien. Es war schon dunkel um die Uhrzeit, und ich krachte fast mit jemandem zusammen. Ich erschrak, weil die Person mit einem langen, schweren Mantel bekleidet war. Um seine Handgelenke waren Ketten gewickelt, wie Freundschaftsbändchen von Wolfgang Petry", erzählt Breinbauer.

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Und weiter: "Sein Kopf war komplett weiß geschminkt, bis auf die Augen, die tiefschwarz und fett umrandet waren, und auf der Glatze hatte er eine Zeichnung – wie Mephisto oder halt die Haarlinie von Bela Lugosi. Links daneben hatte er an einer Leine einen sehr süßen Hund (ein Collie, glaube ich). Mein Erschrecken irritierte ihn – und mich, denn keiner um uns herum nahm ihn wahr. Ich dachte mir: Okay, in Wien würde ein Vampir scheinbar gar nicht auffallen, was ja teilweise passt mit ihrem Charme und der morbiden Atmosphäre", so der Wiener Comiczeichner.

"Blutsauger" ist zugleich eine Verbeugung vor berühmten Vampirdarstellern wie Max Schreck sowie vor Bram Stokers Roman "Dracula" aus dem Jahr 1897. Wien wird dabei nicht bloß zur Kulisse. Die Stadt und ihre alten Häuser sind ein wichtiger Teil der Handlung.

Vampir-Opa landet auf St. Pauli

Ganz anders geht es in "Graf Fauchi und das Tor zur Welt" zu. Das Kinderbuch entstand gemeinsam mit Bestsellerautor Heinz Strunk. Im Mittelpunkt steht ein 1.000 Jahre alter Vampir, dem nicht nur das Alter, sondern auch sein schwaches Gebiss zu schaffen macht.

In seinem zweiten Abenteuer verlässt Graf Fauchi die Karpaten und reist nach Hamburg. Dort muss er auf dem Dom aushelfen und gerät auf St. Pauli an zweifelhafte Gesellschaft. Statt hartem Horror gibt es schrägen Humor, liebenswerte Monster und jede Menge Durcheinander.

Breinbauer beschäftigt sich schon länger mit vermeintlichen Schurken aus Sagen und Mythen. In seinem Debüt "Medusa und Perseus" (2022) erzählte er die Geschichte der griechischen Gorgonin aus einer neuen, feministischen Perspektive.

Mit seinen Vampirbüchern verbindet der Wiener nun erneut Grusel mit Klamauk. "Blutsauger" bietet dabei den deutlich düstereren Stoff für Erwachsene, während "Graf Fauchi" auch jüngeren Lesern einen unterhaltsamen Einstieg in die Welt der Untoten ermöglicht.

So ist vor Halloween für kleine und große Vampirfans etwas dabei.

red, 24.10.2026, 16:09
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