Aida Loos ist zurück – und diesmal bringt sie gleich ihre eigene Therapiecouch mit! Nach dem Erfolg ihrer satirischen Kolumne "freudloos" schlüpft die selbsternannte Ururenkelin von Sigmund Freud am 24. Oktober im Wiener Volkstheater in die Rolle der schonungslos ehrlichen Therapeutin. Ihre Diagnose? Unsere Gesellschaft hat so einige Probleme. Im "Heute"-Interview verrät sie deshalb, warum wir dringend wieder mehr lachen sollten.
Die Idee zum Stück kam der Kabarettistin ausgerechnet auf der Couch ihres Onkels, einem Psychiater in New York. Dort durfte sie bei Therapiesitzungen mithören. Ihr Fazit: "Tatsächlich sind es die üblichen Dinge: Liebe, Geld und Arbeit", die die Menschheit beschäftigt. Themen, die die Menschheit wahrscheinlich schon seit Anbeginn ihrer Geschichte plagen.
Besonders die zunehmende Spaltung der Gesellschaft macht Loos aber zu schaffen. "Unsere Gesellschaft wird auf jeden Fall zunehmend witzloser", sagt sie im Interview. "Wir haben das Zuhören verlernt und urteilen viel zu schnell."
Auch mit dem Trend, sich mithilfe von Internettests selbst psychische Erkrankungen zu diagnostizieren, rechnet Loos ab. Ihr bissiger Vergleich: "ADHS ist heute das, was die Läuse früher waren – hat es einer, haben es alle."
Doch auch Social Media bekommt sein Fett weg. Das ständige Vergleichen mit anderen, der Druck des Älterwerdens und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten sind Themen, die sie auf die Bühne bringt. Besonders wichtig ist ihr dabei, dass Frauen für sich selbst einstehen.
Bei aller schonungslosen Ehrlichkeit hat aber auch die Kabarettistin ein kleines Geheimnis. Seit Jahren behauptet sie, einen Kopfsprung ins Wasser zu beherrschen. Die Wahrheit sieht anders aus: "In Wahrheit springe ich kerzengerade ins Wasser und halte mir mit einer Hand die Nase zu."
Mit "Freudloos" will Loos vor allem eines erreichen: die alltägliche Hysterie in Humor verwandeln. Denn, so ihre Überzeugung: "So lange man über die Dinge lachen kann, sind sie noch nicht so ernst."
Wer selbst eine Therapiestunde der etwas anderen Art erleben möchte, hat am 24. Oktober im Wiener Volkstheater Gelegenheit dazu. Streicheleinheiten gibt es bei Aida Loos zwar keine – dafür jede Menge Stoff zum Lachen und Nachdenken.