Vor ein paar Tagen erschütterte eine schreckliche Tat das beschauliche und ansonsten so friedliche Langenzersdorf bei Wien: Ein 18-jähriger Ungar soll einen 29 Jahre alten Wiener getötet haben. Über den jungen Taekwondo-Kämpfer wurde am Samstag auch die U-Haft verhängt.
Er befindet sich aktuell in der Justizanstalt Korneuburg. Dorthin müssen sich am Mittwochvormittag auch die noch immer völlig geschockten Eltern des Tatverdächtigen begeben. Gegen 8 Uhr dürfen sie ihren Sohn für ungefähr zwei Stunden im Häfn besuchen.
Bereits zuvor bekam der Kampfsportler aus gutem Hause Besuch von seiner Anwältin, Astrid Wagner. Ihr zufolge dürften bei der Tat Drogen im Spiel gewesen sein, die Rede war von Ecstasy. Entsprechende chemische Tests sollen dies nun prüfen. Ihr zufolge stehe der 18-Jährige unter Schock und dürfte das Ausmaß des Vorfalls noch nicht realisiert haben.
Der Ungar soll sein Opfer jedenfalls über Snapchat kennengelernt haben. Demnach habe er den älteren Wiener angeschrieben. In der Nacht auf Donnerstag trafen sich die beiden dann wohl zu einem Date. Dafür suchten sie sich das Einfamilienhaus in Langenzersdorf aus. Der Besitzer war nämlich auf Urlaub und hatte die Familie des 18-Jährigen gebeten, auf das Haus aufzupassen. Deswegen hatte der junge Mann den Schlüssel.
Was sich der Wiener wohl als schönes erstes Kennenlernen erhofft hatte, endete dann aber in einem unfassbaren Gewaltexzess. Demnach soll der Ungar massive Gewalt gegen den Kopf- und Halsbereich des 29-Jährigen ausgeübt haben. Der Wiener hatte keine Chance und verstarb an Ort und Stelle. Nach der Attacke verständigte der 18-Jährige einen Angehörigen. Dieser alarmierte Donnerstag gegen 6.30 Uhr die Polizei.
Das Motiv dürfte Hass auf Homosexuelle gewesen sein. "Ich mag keine Schwule", so der 18-Jährige in einer Einvernahme. Ob der Verdächtige Kontakt zur sogenannten Pädo-Hunter-Szene hat, die Jagd auf Homosexuelle macht und ihnen Pädophilie unterstellt, ist Gegenstand von Ermittlungen. Sein Opfer dürfte er jedenfalls nur zufällig ausgesucht haben.