Müll getrennt, teuer bezahlt

Wiener kassiert 440 Euro Strafe – Supermarkt reagiert

Ein Wiener entsorgte nur kurz seinen Müll am Spar-Parkplatz in der Simmeringer Geiselbergstraße – am Ende flatterten ihm teure Strafen ins Haus.
Newsdesk Heute
15.05.2026, 06:52
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Seit der zu Jahresbeginn geltenden Gesetzesnovelle gegen Parkplatzabzocker sollte es solche Fälle eigentlich nicht mehr geben. Ein kurzer Stopp beim Altstoffsammelplatz wurde jetzt dennoch für einen Wiener zum teuren Ärgernis. Weil er auf dem Parkplatz eines Spar-Markts in der Geiselbergstraße in Simmering angeblich "außerhalb der zulässigen Zeiten" geparkt hatte, sollte er gleich viermal 110 Euro zahlen – insgesamt also 440 Euro.

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Allerdings nicht wegen Besitzstörung! Stattdessen handelt es sich um eine Vertragsstrafe wegen Verstoßes gegen Nutzungsbedingungen der Fläche.

Dabei wollte der Mann nach eigenen Angaben lediglich seinen getrennten Müll entsorgen. Laut den Aufzeichnungen der Überwachungsfirma "Park & Control" hielt er sich jeweils zwischen 9 und 23 Minuten auf dem Parkplatz auf. Die Vorfälle sollen sich zwischen Oktober und Jänner ereignet haben.

Besonders brisant: Der Parkplatz grenzt direkt an eine öffentliche Sammelstelle. Der Wiener gibt zu, nach dem Mülltrennen womöglich noch kurz "geplaudert" zu haben. Missbräuchlich genutzt habe er den Parkplatz aber nie.

Die Rechnungen kamen gesammelt am 19. Februar per Post – ausgerechnet während seiner Hochzeitsreise. Weil sich wegen des Iran-Kriegs auch noch sein Rückflug um eine Woche verzögerte, schaltete sich später eine Inkassofirma ein. Die Forderung stieg dadurch auf satte 855,20 Euro an.

"Ich finde eine derart mafiöse Geschäftspraxis erschreckend und hoffe, dass sich das nicht verbreitet", ärgert sich der Betroffene im Gespräch mit dem "Kurier". Er hatte aber Glück und konnte die Summe herunterverhandeln. Um einen teuren Gerichtsprozess zu vermeiden, überwies der Wiener schließlich 404 Euro an "Park & Control".

Spar reagiert

Aus ein paar Minuten beim Mülltrennen wurde also fast eine 900-Euro-Causa – jetzt zieht Spar doch noch die Notbremse und es dürfte doch noch ein Happy End geben. Das Handelsunternehmen kündigte an, "größtmögliche Kulanz" zu zeigen. Der Betrag soll zurückgezahlt werden.

Außerdem reagiert der Supermarkt auf den Missstand selbst: Die erlaubte Aufenthaltsdauer außerhalb der Öffnungszeiten wird von 10 auf 15 Minuten erhöht. "Damit kann man alles entsorgen und auch die dortige Post-Abholstation rund um die Uhr nutzen", sagt eine Spar-Sprecherin.

Ganz auf die Kontrolle verzichten will man  aber nicht: "Wir brauchen bei der Filiale schon eine Parkplatzüberwachung, weil immer wieder auch Partys gefeiert werden."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 15.05.2026, 10:31, 15.05.2026, 06:52
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