Die Wiener Linien machen dicht – allerdings nicht ihren Betrieb, sondern ihre Tunnel! Rund 10.000 Quadratmeter Arbeitsfläche werden jedes Jahr erneuert. Wiens U-Bahnen sollen so vor Feuchtigkeit geschützt werden – nach mehreren Jahrzehnten ein durchaus notwendiger Schritt.
Seit rund 50 Jahren fährt die Unterpflaster-Straßenbahn (USTRAB) unter dem Gürtel, und auch die U1 ist unter der Favoritenstraße bereits fast ein halbes Jahrhundert unterwegs. Im Laufe der Jahrzehnte haben die Abdichtungen die darunter liegenden Bauwerke vor langjährigen Umweltbelastungen wie Feuchtigkeit und verunreinigtem Wasser geschützt. Die Sanierungen sorgen dafür, dass die Bauwerke auch in den kommenden Jahrzehnten vor Wassereintritten geschützt sind und sichern die Stabilität der unterirdischen Infrastruktur.
Jährlich müssen im U-Bahn-Netz mehrere tausend Quadratmeter Abdichtungsflächen erneuert werden. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wird der Straßenbelag samt Aufbau über dem Tunnel entfernt. Einbauten wie Wasser-, Telefon- oder Stromleitungen sowie Fernwärmeleitungen müssen temporär versetzt werden.
Anschließend kann erst die alte Abdichtung entfernt werden, und die neuen Isolierungsschichten mit Dehnungsfugen werden aufgebracht. Danach kommen die Einbauten wieder an ihre alte Lage, und die Oberfläche wird wiederhergestellt. An Standorten wie dem Naschmarkt oder der Favoritenstraße kommt zusätzlich eine wurzelfeste Abdichtung zum Einsatz, damit Begrünungen möglich bleiben.
Der Öffi-Betrieb läuft während der Arbeiten uneingeschränkt weiter. Für den Autoverkehr kommt es jedoch abschnittsweise zu Fahrspurreduktionen, da die Sanierungen von der Oberfläche aus erfolgen.