Mit Franz Stocker (Vater von Bundeskanzler Christian Stocker, beide VP) ist in Wiener Neustadt eine prägende Persönlichkeit aus Politik und Arbeitnehmervertretung verstorben. Wie die Stadt mitteilte, starb der Ehrenringträger im 93. Lebensjahr.
Bürgermeister Klaus Schneeberger würdigte Stocker in einer Stellungnahme als engagierten Gewerkschafter, kompromissbereiten Politiker und Familienmenschen. "Franz Stocker hat in vielerlei Hinsicht seine Spuren hinterlassen: Als Gewerkschafter war er immer ein Kämpfer für die Anliegen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als Politiker engagiert und gleichzeitig kompromissbereit im Sinne der Sache", so Schneeberger (VP).
Schneeberger erinnerte daran, dass Franz Stocker noch miterleben durfte, dass sein Sohn Christian Stocker Bundeskanzler wurde. Als Bürgermeister verneige er sich "vor einem großen Wiener Neustädter" und spreche den Hinterbliebenen sein Mitgefühl aus.
Franz Stocker wurde am 1. Mai 1933 geboren und war beruflich als Elektromonteur bei der damaligen NEWAG, der heutigen EVN, tätig. Von 1976 bis 1993 war er Vorsitzender des Zentralbetriebsrates der NEWAG bzw. EVN. Zudem fungierte er von 1980 bis 1992 als Vorsitzender-Stellvertreter der Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie.
Auch politisch war Stocker über viele Jahre aktiv: Von 1980 bis 1991 war er Bezirksparteiobmann der ÖVP. Zuvor gehörte er von 1979 bis 1983 dem Bundesrat an, ehe er von 1983 bis 1993 als Abgeordneter zum Nationalrat tätig war.
Für sein Wirken wurde Franz Stocker mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich sowie mit dem Ehrenring der Stadt Wiener Neustadt ausgezeichnet.