Ein europaweit gesuchter Österreicher ist in Italien festgenommen worden – nur Stunden vor seiner geplanten Ausreise nach Dubai. Dem 52-Jährigen wird Steuerhinterziehung mit einem Gesamtschaden von 63 Millionen Euro vorgeworfen. Die bayrische Justiz hält ihn für den größten Steuerhinterzieher Europas.
Der Zugriff gelang in Asti nach intensiver internationaler Zusammenarbeit. Ermittler aus Wien und München hatten Hinweise geliefert, die über Interpol an die italienische Polizei gingen. Entscheidend war schließlich das Abfangen von Telefongesprächen. Dabei stellte sich heraus, dass der Mann unter einem Pseudonym ein neues Gewerbe angemeldet hatte.
Die Festnahme selbst lief filmreif ab: G. war mit einem Mercedes GLE unterwegs, neben ihm seine russische Freundin, als die Polizei zuschlug und ihn festnahm – kurz bevor das Paar Italien verlassen wollte.
Im Fokus der Ermittlungen steht ein Wiener Mineralölunternehmen, das mit deutscher Umsatzsteuer-Identifikationsnummer registriert war. Laut Staatsanwaltschaft München soll ein System dahinterstecken, bei dem Mineralölprodukte verkauft wurden, ohne die fälligen Steuern abzuführen. 2024 soll G. die Firmenleitung pro forma an einen weiteren Wiener übergeben haben, gegen den ebenfalls ermittelt wird, wie mehrere Medien berichten.
Öffentlich präsentierte sich der 52-Jährige als Luxusliebhaber: Auf Instagram zeigte er sich bei Business-Class-Flügen, Formel-1-Besuchen und in teuren Restaurants – oft mit Champagner, Beluga-Kaviar und exklusiven Speisen.
Die deutschen Behörden haben bereits einen Auslieferungsantrag gestellt. G. wird laut italienischen Medien von Rechtsanwalt Mauro Anetrini vertreten. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.