Seit 2015 versucht die Lebensmittelrettung so viele Nahrungsmittel wie möglich, vor der Vernichtung zu bewahren. Die Waren werden vorrangig an Sozialmärkte verteilt und Überschüssiges, wie die 1.500 Flaschen Bier, werden kostenlos in der Zentrale auf der Pragerstraße 142 (8 bis 16.30 Uhr) weitergegeben. Lediglich Pfand für Flasche und Kiste muss geleistet werden.
Hinter der Lebensmittelrettung steckt jede Menge ehrenamtliche Arbeit. Freiwillige kümmern sich um die Abholung, Lagerung und Verteilung der Waren, ohne dafür Geld zu verlangen. Finanziert wird die Arbeit auch durch freiwillige Spenden. Auf der Homepage wurde ein Spendenlink eingerichtet, der bis dato noch nicht so viral geht, wie der eigene Instagram-Account.
Immer wieder erreichen die Lebensmittelrettung große Mengen Lebensmittel wie 20 Tonnen Sauerkraut oder 1.500 Kilo Ketchup, oft auch eher spontan. Damit die Waren möglichst schnell Abnehmer finden, ruft die Organisation über soziale Netzwerke und mittlerweile auch über die neue "Retterapp" dazu auf, sich die Produkte kostenlos abzuholen.
Die Waren sind keineswegs schlecht, sondern völlig einwandfrei und genießbar; sie landen meist nur deshalb in der Rettung, weil sie optische Makel aufweisen, das Mindesthaltbarkeitsdatum fast erreicht ist oder es sich um Überproduktionen aus Handel und Landwirtschaft handelt.
Aktuell warten etwa 1.500 Flaschen Bier darauf, vor der Vernichtung gerettet und an Interessenten weitergegeben zu werden. Wer zugreift, muss lediglich das Pfand von 3 Euro pro Kiste und 27 Cent pro Flasche bezahlen und kann eine Spende dalassen.
Künftig soll die sogenannte "Retterapp" eine zentrale Rolle spielen. Mit bereits über 1.000 Usern erinnert das Prinzip an die bekannte Plattform "Too Good To Go", allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Die Lebensmittelrettung möchte bewusst auf ein kommerzielles Modell verzichten.
Während bei Too Good To Go 1,15. Euro pro Bestellung anfallen und die Produkte etwas kosten, soll die "Retterapp" eine kostenlose Alternative bieten. Jeder kann dort überschüssige Lebensmittel anbieten und ebenso selbst welche abholen. Wer sich ein Bier abholen möchte, sollte sich beeilen – die Verteilaktionen sind beliebt.