Wien steht vor einer finanziellen Zerreißprobe: Heute (23. Juni) startet im Rathaus die große Budgetdebatte. Auf dem Tisch liegt der Rechnungsabschluss 2024 – und der hat es in sich.
Zwar fiel das Defizit mit 1,77 Milliarden Euro um 500 Millionen geringer aus als erwartet, doch das kommende Jahr verspricht nichts Gutes. Das neue Budgetloch 2025 wird nicht wie geplant 2,3 Milliarden betragen, sondern satte 3,8 Milliarden Euro – berichtet der "ORF".
SPÖ-Finanzstadträtin Barbara Novak betonte zum Auftakt: "Wien bleibt auf solidem Kurs." Doch die Opposition schlägt Alarm. Die ÖVP spricht vom "höchsten Defizit der Geschichte", die FPÖ will den Abschluss "bis ins kleinste Detail zerpflücken". Heute und morgen wird nun im Gemeinderat diskutiert, gestritten – und gespart.
Die rot-pinke Koalition verhandelt aktuell hinter verschlossenen Türen über ein umfassendes Sparpaket. Es soll fast alle Magistratsabteilungen betreffen, konkrete Maßnahmen sind aber noch geheim. Klar ist nur: Der Rotstift wird überall angesetzt.
Schon sickerten erste Pläne durch – etwa beim Prestigeprojekt 365-Euro-Jahreskarte: Hier befürchten Grüne und FPÖ Einschnitte. Auch bei der Mindestsicherung drohen Kürzungen – etwa der Schulungszuschlag für Arbeitslose soll gestrichen werden. Die Stimmung im Rathaus ist angespannt. Heute Nachmittag geht es mit Spezialdebatten zu Finanzen, Wirtschaft, Arbeit und Umwelt weiter.