Verdächtigem droht Todesstrafe

Wilder Streit um Prozessbeginn im Fall Charlie Kirk

Im Prozess um den Tod des US-Aktivisten Charlie Kirk streiten Anklage und Verteidigung über den Termin für das aufsehenerregende Verfahren.
23.10.2026, 21:30
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Ein Richter im US-Bundesstaat Utah dürfte am Freitag den Prozessbeginn gegen Tyler Robinson festlegen. Der frühere Elektriker-Lehrling soll den bekannten rechten Aktivisten Charlie Kirk getötet haben. Robinsons Verteidiger wollen den Prozess erst 2029 starten lassen. Kirks Witwe fordert einen Beginn im kommenden Jahr.

Richter Tony Graf eröffnet um 13 Uhr Ortszeit eine Anhörung. Dabei geht es um den Termin für den aufsehenerregenden Prozess, in dem Robinson die Todesstrafe droht. Er soll Kirk im September 2025 erschossen haben, als dieser an einer Universität in Utah mit Studenten diskutierte. Die Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe. Laut einem Antrag schlägt sie den 31. Jänner 2028 als Prozessbeginn vor.

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Das Verfahren dürfte 17 Wochen dauern. Der 23-jährige Robinson hat in sieben Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert. Darunter ist der Vorwurf des Mordes unter besonders erschwerenden Umständen. Er soll Kirk an der Utah Valley University in Orem erschossen haben. Kirk hielt dort eine seiner bekannten Debatten ab. Robinsons Anwälte rechnen mit einem sechs bis sieben Monate langen Verfahren. Sie beantragten einen Prozessbeginn im dritten Quartal 2029.

"Völlig unangemessen"

Wegen der großen Menge an Beweismaterial sowie Fragen zum Gerichtsort, zur Auswahl der Geschworenen und zu den Zeugen seien jahrelange Vorbereitungen nötig, argumentierten sie. Kirks Witwe Erika bezeichnete den Antrag der Verteidigung als "völlig unangemessen im Vergleich zu ähnlichen Fällen". Sie bat um einen möglichst frühen Prozessbeginn im kommenden Jahr, vorzugsweise spätestens am 4. Oktober.

Charlie Kirk war eine umstrittene Figur in der US-Politik. Er stand Präsident Donald Trump nahe und wurde von Konservativen dafür geschätzt, junge Wähler für seine christlichen und rechten Ansichten zu gewinnen. Kritiker beanstandeten seine Rhetorik zu Einwanderung, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht und anderen gesellschaftlichen Themen.

Die Staatsanwaltschaft behauptet, Robinson habe Kirk wegen dessen Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Ehe und der Rechte von Transpersonen ins Visier genommen. Verteidiger Richard Novak sagte, Kirk habe "hasserfüllt" über Menschen gesprochen, die keine traditionellen Geschlechtsidentitäten hätten oder nicht heterosexuell seien. Es gebe aber keine Beweise dafür, dass Robinson diese Ansichten abgelehnt habe.

red, 23.10.2026, 21:30