Sturmtief "Luise" hat am Freitagabend in Deutschland für gefährliche Szenen gesorgt. Am Karlsruher Hauptbahnhof lösten sich offenbar Teile des Daches und fielen in die Oberleitung. Nach einem Kurzschluss musste der gesamte Zugverkehr vorübergehend eingestellt werden. Auch in Baden-Baden kämpfte die Feuerwehr gegen die Folgen des Sturms.
Der Vorfall am Karlsruher Hauptbahnhof führte zu erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr. Die Oberleitung wurde aus Sicherheitsgründen abgeschaltet, Züge konnten zunächst nicht mehr in den Bahnhof einfahren.
Laut den vorliegenden Angaben endeten Verbindungen vorzeitig an anderen Bahnhöfen oder wurden über den Güterbahnhof umgeleitet. Im Laufe des Abends konnte der Betrieb schrittweise wieder aufgenommen werden. Dennoch kam es zu Zugausfällen und teils erheblichen Verspätungen.
Auch in Baden-Baden sorgten Sturmböen von bis zu 110 km/h für zahlreiche Feuerwehreinsätze. An einem Mehrfamilienhaus drohte sich eine Regenrinne zu lösen und auf die Fahrbahn zu stürzen. Die Feuerwehr rückte mit einer Drehleiter an, um die Gefahr zu beseitigen.
In der Rotenbachtalstraße stürzten mehrere Bäume am Straßenrand um. Ein Baum blockierte die Fahrbahn. Während Feuerwehr und Polizei im Einsatz waren, fiel ein weiterer Baum in Richtung Wald. Wegen der anhaltenden Böen mussten die Einsatzkräfte besonders vorsichtig vorgehen. Nachdem die Gefahrenstellen beseitigt waren, konnte der Verkehr wieder fließen.
Der Sturm traf den Südwesten Deutschlands am Freitagnachmittag und sorgte auch in der umliegenden Region für zahlreiche Einsätze. Für das Wochenende bleibt die Wetterlage unbeständig. Autofahrer und Fußgänger sollten bei starkem Wind besonders auf herabfallende Äste, umstürzende Bäume und lose Gebäudeteile achten.
Wer mit der Bahn unterwegs ist, sollte vor der Abfahrt die aktuellen Verbindungen prüfen. Nach Störungen wie jener in Karlsruhe können Umleitungen, Verspätungen und Zugausfälle auch nach einer schrittweisen Wiederaufnahme des Betriebs anhalten.
Deutschland steht ein turbulentes Herbstwochenende bevor. Gleich zwei Sturmtiefs bringen Regen, kräftige Böen und regional sogar orkanartige Windgeschwindigkeiten. "Luise" zieht über das Land, am Sonntag folgt bereits Tief "Manja". In den Mittelgebirgen sind laut Deutschem Wetterdienst Böen bis zu 110 km/h möglich.
Besonders in der Nacht auf Samstag bleibt es im Westen und in höheren Lagen stürmisch. Vom Rheinland bis zum Emsland werden schwere Sturmböen von bis zu 100 km/h erwartet. In Berglagen über 1.000 Metern drohen noch stärkere Böen. Dazu kommt kräftiger Regen, der örtlich die Gefahr durch herabfallende Äste und herumfliegende Gegenstände erhöht.
Am Samstag lässt der Wind in Teilen Deutschlands vorübergehend nach. Entwarnung gibt es aber nicht: Es bleibt vielerorts bewölkt und regnerisch. Während der Osten zunächst regional trocken startet, ziehen die Regenwolken im Tagesverlauf weiter. Im Norden und in der Mitte bleibt es windig, an der Nordsee und im Harz sind erneut Sturmböen möglich. Die Temperaturen erreichen etwa 7 bis 14 Grad.
In der Nacht auf Sonntag nimmt der Wind mit dem nächsten Tief wieder zu. Besonders an der Nordsee sind schwere Sturmböen möglich, dazu fällt verbreitet Regen.
Vom Oberrhein bis nach Brandenburg rechnen Meteorologen mit teils kräftigen Niederschlägen, vereinzelt sind auch Gewitter möglich. Die Höchstwerte liegen bei 10 bis 17 Grad. Erst in der kommenden Woche dürfte sich die Wetterlage wieder beruhigen.
Wer am Wochenende unterwegs ist, sollte die aktuellen Wetterwarnungen beachten. Bei starkem Wind können Äste abbrechen und Gegenstände durch die Luft geschleudert werden. Spaziergänge in Wäldern und Aufenthalte unter großen Bäumen sind bei Sturm besonders riskant.