Limonade bis zu 48 Cent teurer

Jetzt fix! Deutschland einigt sich auf Zuckersteuer

Deutschland plant ab Juli 2027 eine Zuckersteuer auf Limonaden, Eistees und Energydrinks. Das Kabinett gab jetzt grünes Licht.
16.10.2026, 06:30
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Für Millionen Konsumenten in Deutschland könnte der Griff zu Cola, Limonade oder Energydrink bald teurer werden. Die deutsche Bundesregierung hat am Mittwoch den Weg für eine neue Zuckersteuer freigemacht. Ab dem 1. Juli 2027 sollen besonders zuckerhaltige Getränke zusätzlich besteuert werden.

Nach langen Verhandlungen haben sich CDU, CSU und SPD auf einen Kompromiss geeinigt. Das Kabinett billigte die entsprechenden Pläne von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD). Ganz fix ist die neue Abgabe allerdings noch nicht: Der Bundestag muss erst zustimmen.

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So viel teurer werden Cola und Energydrinks

Die geplante Steuer richtet sich nach dem Zuckergehalt der Getränke. Dabei sind zwei Stufen vorgesehen:

■ 26 Cent pro Liter: Bei Getränken mit mindestens fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter.
■ 32 Cent pro Liter: Bei Getränken mit mindestens acht Gramm Zucker pro 100 Milliliter.

Betroffen sind unter anderem Cola, Limonaden, gesüßte Eistees, Energydrinks und Fruchtnektare. Bei einer 1,5-Liter-Flasche mit besonders hohem Zuckergehalt würden damit bereits 48 Cent zusätzliche Steuer anfallen. Dass die Hersteller diese Kosten vollständig an die Kunden weitergeben, ist naheliegend.

Diese Getränke bleiben verschont

Nicht jedes süße Getränk soll automatisch teurer werden. Ausgenommen sind etwa reine Fruchtsäfte, gespritzte Fruchtsäfte und Getränke, die statt Zucker andere Süßungsmittel enthalten.

Auch alkoholische Getränke sowie bestimmte alkoholfreie Alternativen zu Wein und Sekt fallen nicht unter die geplante Steuer. Für kleinere Hersteller sind ebenfalls Ausnahmen vorgesehen. Betriebe, die weniger als eine Million Liter gezuckerte Getränke pro Jahr produzieren, sollen von der Abgabe befreit werden.

Regierung rechnet mit Millionen-Einnahmen

Mit der neuen Steuer verfolgt die deutsche Bundesregierung gleich zwei Ziele: Sie will den Zuckerkonsum reduzieren und gleichzeitig das Gesundheitssystem finanziell entlasten. Vor allem Kinder und Jugendliche sollen besser vor den Folgen eines übermäßigen Zuckerkonsums geschützt werden. Dieser erhöht unter anderem das Risiko für Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Für den Staat könnte sich die neue Abgabe ordentlich auszahlen. Bereits 2027 rechnet der Bund mit rund 690 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen. Ab 2028 sollen jährlich rund 900 Millionen Euro in die Staatskasse fließen.

CSU will Zuckersteuer später starten

Trotz der Einigung gibt es innerhalb der deutschen Regierungskoalition weiterhin Streit über den Zeitplan. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann fordert, die Einführung auf den 1. Jänner 2028 zu verschieben. Dadurch hätten die Getränkehersteller mehr Zeit, ihre Rezepturen anzupassen und den Zuckergehalt ihrer Produkte zu reduzieren.

Ursprünglich war sogar ein noch strengeres Modell mit drei Steuerstufen und höheren Abgaben im Gespräch. Diese Pläne konnte Finanzminister Klingbeil allerdings nicht durchsetzen.

Getränkeindustrie warnt vor hohen Kosten

Kritik kommt auch aus der Getränkeindustrie. Branchenvertreter befürchten zusätzliche Bürokratie, steigende Produktionskosten und höhere Preise für Konsumenten.Befürworter sehen in der Abgabe hingegen einen wichtigen Schritt im Kampf gegen übermäßigen Zuckerkonsum.

Für Österreich hat der deutsche Beschluss vorerst keine unmittelbaren Auswirkungen. Die geplante Steuer betrifft den deutschen Markt. Ob Cola, Eistee und Energydrinks bei unseren Nachbarn tatsächlich ab Juli 2027 teurer werden, hängt nun von der Entscheidung des Bundestags ab.

NW, Akt. 16.10.2026, 07:37, 16.10.2026, 06:30
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