Blutbad bei Begräbnis

Sieben Tote bei Schuss-Angriff auf Kirche in Jordanien

Bei einem Angriff auf eine Trauergemeinde in Jordanien wurden sieben Menschen getötet und 34 verletzt. Die Täter sind weiterhin flüchtig.
23.10.2026, 17:26
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Bei einem Begräbnis in einer Kirche in der jordanischen Provinz Karak haben bewaffnete Angreifer am Freitag das Feuer eröffnet. Sieben Menschen kamen ums Leben, 34 wurden verletzt, teilte die jordanische Sicherheitsdirektion mit. Die Angreifer seien aus einem Fahrzeug gestiegen und hätten während des Trauerzugs bei der Hamoud-Kirche geschossen, berichtete der staatliche Fernsehsender Al-Mamlaka.

Sicherheitskräfte waren demnach vor Ort und suchten nach den Verdächtigen. Auf einem Video, das Al-Mamlaka ausstrahlte und offenbar von einer Überwachungskamera an der Kirche stammt, sind drei Personen zu sehen. Sie schießen vom Gehsteig aus auf die Kirche, verstecken sich hinter Bäumen und einer niedrigen Mauer und laufen dann zum Eingang. Reuters konnte das Video anhand des Zugangswegs und der Mauer rund um die Kirche sowie weiterer Details verifizieren.

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Khaled Burqan, der am Begräbnis teilgenommen hatte, sagte dem Sender, Dutzende Menschen seien dabei gewesen. Mindestens zwei Männer hätten mehrere Minuten lang auf sie geschossen. Einer habe ein Gewehr, der andere eine Pistole getragen. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Auch die Behörden machten keine Angaben dazu, wer für den Angriff verantwortlich sein könnte. Nach dem Angriff war am Boden nahe dem Kircheneingang Blut zu sehen. Dort waren Sicherheitskräfte im Einsatz.

König Abdullah kündigte eine harte Reaktion an. Die Verantwortlichen würden "mit eiserner Faust" bestraft. "Der Terroranschlag in Karak wird mit der härtesten Vergeltung beantwortet. Wer glaubt, die Jordanier mit seinen Kugeln spalten zu können, hat angesichts unserer Einheit keine Chance", sagte der König in einer Erklärung. Angriffe dieser Art sind in Jordanien, das als vergleichsweise stabil gilt, äußerst selten.

Die Behörden erklärten jedoch, in den vergangenen Jahren wiederholt Anschlagsversuche islamistischer Extremisten vereitelt zu haben. Christen sind in Jordanien eine Minderheit. Im Land liegen mehrere biblische Stätten, die Pilger aus aller Welt anziehen. Auch der jordanische Minister für religiöse Stiftungen und islamische Angelegenheiten, Mohammad Khalayleh, sowie mehrere Abgeordnete verurteilten den Angriff. Seit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran im Februar ist Jordanien in diesem Jahr verstärkt Ziel iranischer Attacken.

red, Akt. 23.10.2026, 17:31, 23.10.2026, 17:26