Sollte Russland angreifen

"Moskau wird brennen" – Warnung an Kriegstreiber Putin

Klare Drohung aus dem Baltikum: Sollte Russland angreifen, will man zurückschlagen. Ein Ex-Geheimdienstchef spricht sogar von einem brennenden Moskau.
23.10.2026, 14:41
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Deutliche Warnung an Kreml-Kriegstreiber Wladimir Putin! Sollte Russland einen Angriff auf die baltischen NATO-Staaten wagen, wollen diese nicht länger nur auf eigenem Gebiet kämpfen. Vielmehr sollen Gegenschläge auch Ziele tief in Russland treffen.

Ein ehemaliger litauischer Militärgeheimdienstchef geht mit seiner Abschreckungsbotschaft besonders weit. "Wir müssen deutlich machen, dass Moskau ebenso brennen wird, wie Putin davon träumt, uns brennen zu sehen", erklärt der pensionierte Oberst Gintaras Bagdonas.

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Die drastischen Worte stehen für einen Strategiewechsel an der NATO-Ostflanke. Estland, Lettland und Litauen bereiten sich darauf vor, einen möglichen russischen Angriff nicht nur abzuwehren, sondern unmittelbar zurückzuschlagen.

"Wer die Grenze überschreitet, wird vernichtet"

Bagdonas, der unter anderem den litauischen Militärgeheimdienst und später eine EU-Militärnachrichtendienststruktur leitete, fordert eine unmissverständliche Botschaft an den Kreml. "Wir müssen zeigen, dass die Kosten einer Provokation extrem hoch sein werden: Wer die Grenze überschreitet, wird vernichtet", sagt der 61-Jährige gegenüber dem litauischen Nachrichtenportal "Delfi".

Nach Ansicht des früheren Militärs muss Russland davon überzeugt werden, dass die baltischen Staaten jeden Teil ihres Territoriums verteidigen werden. Auch die russische Exklave Kaliningrad dürfe sich im Fall eines Angriffs nicht in Sicherheit wiegen.

Dabei räumt Bagdonas selbst Unsicherheiten ein. Ob die baltischen Streitkräfte tatsächlich zu sämtlichen angedrohten Gegenschlägen fähig wären, könne er nicht sagen.

Estland will Russland direkt treffen

Die Überlegungen beschränken sich nicht auf Litauen. Auch Estland stellt seine Militärstrategie um. Wie die "Financial Times" berichtet, setzt Tallinn inzwischen auf das Konzept der "aktiven Verteidigung". Bisher war vorgesehen, einen russischen Vorstoß mit beweglichen Einheiten in Wäldern und Sümpfen zu bremsen, bis weitere NATO-Truppen eingreifen können.

Künftig soll der Gegner möglichst schon an der Grenze gestoppt werden. Darüber hinaus sieht die neue Strategie Angriffe auf militärische Ziele weit hinter der russischen Front vor. "Wir müssen an der Grenze beginnen und die ersten Schlachten gewinnen", erklärt Oberst Tarmo Kundla, Kommandeur der estnischen Ersten Brigade.

Sankt Petersburg in Reichweite

Für diese Strategie baut Estland seine Streitkräfte aus und beschafft neue Waffensysteme. Dazu gehören amerikanische und südkoreanische Raketensysteme, die teilweise Ziele in bis zu 300 Kilometern Entfernung erreichen können. Auch weitreichende Angriffsdrohnen spielen eine wichtige Rolle.

Brisant ist dabei die geografische Lage: Die russische Millionenstadt Sankt Petersburg liegt nur knapp 260 Kilometer vom estnischen Militärstandort Tapa entfernt. Ein ranghoher estnischer Offizier verwies gegenüber der "Financial Times" ausdrücklich auf diese Entfernung.

Anfang Oktober wurde die Erste Brigade von Tapa nach Jõhvi verlegt. Von dort sind es nur noch rund 50 Kilometer bis zur Grenzstadt Narwa. In Jõhvi und Narwa entstehen zudem neue Kasernen. Estland will damit seine militärische Präsenz unmittelbar an der russischen Grenze verstärken, meldet der "Standard".

Angst vor russischem Angriff

Hintergrund ist die Sorge, dass Russland nach einem möglichen Ende seines Angriffskriegs gegen die Ukraine wieder mehr militärische Kräfte für andere Regionen zur Verfügung haben könnte. Einen unmittelbaren Großangriff auf das Baltikum halten viele Beobachter derzeit nicht für wahrscheinlich.

Sicherheitsexperten und Nachrichtendienste beschäftigen sich jedoch mit der Frage, ob Moskau in einigen Jahren zu einem militärischen Vorstoß gegen einen NATO-Staat fähig sein könnte. In entsprechenden Einschätzungen wird unter anderem das Jahr 2030 genannt.

Besonders gefährdet gelten aus strategischer Sicht die Grenzregion um Narwa sowie die sogenannte Suwałki-Lücke zwischen Polen und Litauen. Seit der russischen Vollinvasion der Ukraine im Februar 2022 haben die baltischen Staaten deshalb ihre Verteidigungsausgaben massiv erhöht und ihre Armeen verstärkt.

Die ersten 72 Stunden entscheiden

Eine wichtige Rolle spielt die sogenannte Baltische Verteidigungslinie entlang der Grenzen zu Russland und Belarus. Mit Sperren, befestigten Stellungen und natürlichen Hindernissen soll ein möglicher Angriff so lange aufgehalten werden, bis weitere NATO-Verstärkung eintrifft. Besonders entscheidend gelten die ersten 48 bis 72 Stunden.

Doch die Erfahrungen aus der Ukraine haben das strategische Denken verändert. Estnische Militärs gehen davon aus, dass Russland einmal eroberte Gebiete selbst bei enormen Zerstörungen nicht freiwillig aufgeben würde. Für die vergleichsweise kleinen baltischen Staaten wäre deshalb bereits ein begrenzter Gebietsverlust besonders schwerwiegend.

Die neue Antwort lautet: den Gegner möglichst gar nicht erst vorrücken lassen und im Verteidigungsfall auch dessen militärische Fähigkeiten auf russischem Gebiet treffen.

Neue Abschreckungsbotschaft an Putin

Bagdonas fordert außerdem einen entschlossenen Umgang mit kleineren sicherheitsrelevanten Vorfällen. Eindringende Drohnen müssten abgewehrt und bewaffnete Angreifer gestoppt werden.

Litauen verfüge seiner Einschätzung nach über gut ausgebildete Streitkräfte, leistungsfähige Nachrichtendienste und eine vorbereitete Bevölkerung. Verbesserungsbedarf sieht er insbesondere bei der Drohnenabwehr.

Seine zentrale Botschaft bleibt dennoch die Drohung mit hohen Kosten für jeden Angriff. Nicht allein die Verteidigung der baltischen Hauptstädte soll Putin abschrecken – sondern auch die Aussicht, dass ein Krieg schwere Folgen auf russischem Boden hätte.

Ob diese Strategie Russland tatsächlich von einer militärischen Eskalation abhalten würde, bleibt offen. Klar ist aber: An der NATO-Ostflanke wird zunehmend auch über offensive Gegenschläge als Teil der Verteidigung gesprochen.

red, 23.10.2026, 14:41
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