Wer seinen Urlaub für 2027 plant, sollte nicht nur auf Flugpreise und Hotelangebote schauen. Eine neue Risikokarte des US-Sicherheitsdienstleisters Global Guardian zeigt, welche Regionen als besonders gefährlich eingestuft werden.
Bewertet werden unter anderem Kriminalität, bewaffnete Konflikte, Terrorismus, politische Unruhen, medizinische Versorgung, Infrastruktur und Naturkatastrophen. Die Karte unterscheidet fünf Stufen von "niedrig" bis "extrem". Ab der Stufe "hoch" rät Global Guardian von Reisen ab, die nicht unbedingt notwendig sind. Die Bewertung basiert auf dem Stand von September 2026.
Dabei ist Vorsicht bei der Interpretation angebracht: Global Guardian ist ein privates Sicherheitsunternehmen und keine staatliche Behörde. Die Einstufung ist daher keine offizielle Reisewarnung.
Besonders dramatisch ist die Situation laut der Karte im Iran. Das Land wurde von "hoch" auf "extrem" hochgestuft. Als Gründe werden die politische Lage, das gestiegene Risiko für ausländische Staatsbürger und die Gefahr willkürlicher Festnahmen genannt.
Auch mehrere Staaten am Golf wurden schlechter bewertet. Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien steigen von "moderat" auf "mittel". Saudi-Arabien wird ebenfalls mit einem mittleren Risiko geführt. Bahrain und Kuwait rutschen sogar auf "hoch".
Für Urlauber ist das auch deshalb relevant, weil einige beliebte Fernreiseziele über Flughäfen in der Golfregion angeflogen werden. Ein Umstieg in Dubai, Abu Dhabi oder Doha kann damit in einer Risikobewertung eine Rolle spielen, obwohl das eigentliche Urlaubsziel weit entfernt liegt.
Nicht nur Kriegsregionen sorgen für schlechte Bewertungen. Auch beliebte Reiseziele werden wegen hoher Kriminalität zurückgestuft.
Mexiko wird von Global Guardian als Hochrisikoland geführt. Die Sicherheitslage ist regional sehr unterschiedlich, betroffen sind laut der Analyse unter anderem Gebiete mit hoher Banden- und Kartellgewalt. Auch bekannte Touristenorte wie Cancún, Tulum und Puerto Vallarta werden in diesem Zusammenhang genannt.
Ecuador wurde von "mittel" auf "hoch" herabgestuft. Als Grund wird die zunehmende Gewalt durch kriminelle Gruppen genannt. Besonders problematisch ist laut der Analyse Guayaquil. Die Stadt ist zugleich ein wichtiger Ausgangspunkt für Reisen auf die Galápagos-Inseln.
Auch bei beliebten Reisezielen wie der Türkei und Ägypten muss man genauer hinschauen. Die Gefahren gelten nicht automatisch für das gesamte Land.
In der Türkei werden vor allem die Grenzregionen zu Iran, Irak und Syrien als problematisch eingestuft. Klassische Badeziele wie Antalya oder Bodrum liegen hingegen weit entfernt von diesen Gebieten. Für Reisende können laut der Einschätzung aber auch mögliche Festnahmen oder Probleme wegen politischer Äußerungen relevant sein.
In Ägypten gelten insbesondere der Norden der Sinai-Halbinsel, das Grenzgebiet zu Israel und abgelegene Wüstenregionen als problematisch. Badeorte wie Hurghada, Marsa Alam und Sharm el-Sheikh sind davon nicht in gleicher Weise betroffen. Von bestimmten Ausflügen und Fahrten auf eigene Faust wird allerdings abgeraten.
Die Karte zeigt nicht nur Verschlechterungen. Jamaika wurde von "hoch" auf "mittel" zurückgestuft. Auch Südkorea und Ungarn werden besser bewertet und wechseln von "moderat" auf "niedrig".
Die Gründe sind unterschiedlich. In Jamaika verweist Global Guardian unter anderem auf einen Rückgang der Mordrate. Südkorea profitiert laut der Analyse von einer Beruhigung der politischen Lage. In Ungarn wird der Regierungswechsel als Grund für die bessere Einstufung genannt.
Auch Österreich kommt in der Analyse vor. Beim Thema Terrorismus wird das Land laut Global Guardian gemeinsam mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien mit einem hohen Risiko geführt. Das bedeutet allerdings nicht, dass Österreich insgesamt als Hochrisikoland für Urlauber gilt. Die Karte bewertet unterschiedliche Gefahrenbereiche getrennt.
Für österreichische Urlauber ist deshalb vor allem ein Blick auf die offiziellen Reiseinformationen des Außenministeriums entscheidend. Eine Einstufung durch einen privaten Sicherheitsdienst kann Hinweise liefern, ersetzt aber keine staatliche Reisewarnung.