Eine Aussage von OpenAI-Chef Sam Altman sorgt am Montag für Bewegung bei Cerebras Systems. Die Aktien des US-Chipentwicklers legten im vorbörslichen Handel an der Wall Street um 4,5 Prozent zu. Altman hatte Cerebras als "engen Partner" bezeichnet und erklärt, beide Unternehmen seien "stark engagiert, die Leistungsgrenzen zu verschieben".
Die Aussagen kamen zu einem Zeitpunkt, an dem bereits über eine mögliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen spekuliert wird, berichtet Reuters. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Cerebras-Chips beim OpenAI-Modell GPT6.1 Sol Ultrafast zum Einsatz kommen. Eine solche Verwendung wurde in den vorliegenden Angaben allerdings nicht bestätigt.
Für Cerebras ist die Kursbewegung besonders interessant, weil die Aktie zuletzt deutlich unter Druck gestanden war. Zum Handelsschluss am Freitag lagen die Papiere mehr als zehn Prozent unter dem Ausgabepreis von 185 Dollar, zu dem das Unternehmen im Mai an die Börse gegangen war.
Auch in Europa sorgte am Montag eine Unternehmensentscheidung für Bewegung. Die Aktien des französischen Industriegasekonzerns Air Liquide stiegen in Paris zeitweise um bis zu vier Prozent. Damit gehörte das Papier zu den stärksten Gewinnern im französischen Leitindex CAC 40.
Der Konzern kündigte ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von vier Milliarden Euro an. Das Programm soll bis Ende 2028 abgeschlossen werden. Beim Aktienrückkauf erwirbt ein Unternehmen eigene Aktien am Markt. Dadurch kann sich die Zahl der frei verfügbaren Aktien verringern.
Gleichzeitig stellte Air Liquide eine Verbesserung der operativen Marge in Aussicht. Bis 2030 soll sie um 400 bis 600 Basispunkte steigen. Ein Basispunkt entspricht 0,01 Prozentpunkten. Die angekündigte Verbesserung entspricht damit vier bis sechs Prozentpunkten.
Mit der neuen Strategie reagiert Air Liquide auch auf den Druck des aktivistischen Investors Elliott Investment Management. Dieser soll Medienberichten zufolge eine Beteiligung an Air Liquide aufgebaut haben und auf eine höhere Effizienz sowie eine bessere Kapitalrendite drängen. Air Liquide versucht bereits seit längerer Zeit, beim Gewinn aus dem operativen Geschäft näher an den Konkurrenten Linde heranzukommen.
Am Ölmarkt richtet sich der Blick unterdessen auf die Versorgungslage. Der saudiarabische Ölkonzern Saudi Aramco warnt vor einer zunehmenden Knappheit bei Rohöl und raffinierten Kraftstoffen.
Konzernchef Amin Nasser sagte auf einer Konferenz von Energy Intelligence in London, es könne bis zu zwei Jahre dauern, die weltweit angezapften Lagerbestände wieder aufzufüllen. Voraussetzung für eine Entspannung sei unter anderem, dass die Straße von Hormus vollständig wieder geöffnet werde und das Vertrauen in den Markt zurückkehre.
Nach Angaben Nassers ist das weltweite Ölangebot seit Beginn des Konflikts um fast drei Milliarden Barrel zurückgegangen. Gleichzeitig sei rund eine Milliarde Barrel Öl aus Lagerbeständen freigegeben worden.
Besonders problematisch sei laut dem Aramco-Chef, dass ein großer Teil des bisherigen Abbaus aus kommerziellen Lagerbeständen stamme.
Von den verbleibenden rund sechs Milliarden Barrel in den Lagern sei ein erheblicher Teil für den tatsächlichen Markt nicht verfügbar. Nasser fasste die Lage mit den Worten zusammen: "Das System ist bereits angespannt."
Damit stehen am Montag drei unterschiedliche Faktoren im Mittelpunkt der internationalen Märkte: Aussagen des OpenAI-Chefs treiben einen Chipwert nach oben, ein milliardenschweres Rückkaufprogramm stützt die Aktie von Air Liquide und Warnungen des weltgrößten Ölkonzerns Saudi Aramco sorgen für neue Aufmerksamkeit auf die Versorgungslage beim Rohstoff.