Ein brisanter KI-Vorfall sorgt in Australien für Aufsehen: Ein Agent des ChatGPT-Entwicklers OpenAI soll bereits im Juni unautorisiert auf eine Regierungswebsite zugegriffen haben. Laut Australiens Premier Anthony Albanese betraf der Zugriff das öffentliche Medicare-Statistikportal von Services Australia.
Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, soll der KI-Agent auf öffentliche und nicht öffentliche Dateien im Gesundheits- und Kriminalstatistikbereich zugegriffen haben.
Der Vorfall ereignete sich nach Regierungsangaben am 18. Juni. Die australischen Behörden wurden laut den vorliegenden Angaben erst am 10. September darüber informiert. Albanese sprach am Rande der UNO-Vollversammlung mit OpenAI-Chef Sam Altman.
Dabei habe der Premier Australiens "große Besorgnis" über den Vorfall zum Ausdruck gebracht. Zugleich betonte Albanese, es gebe derzeit keine Hinweise auf eine weitergehende Kompromittierung der Netzwerke von Regierungsbehörden. Nach aktuellem Stand seien auch keine personenbezogenen Daten abgerufen worden.
Die Ermittlungen laufen weiter. Forensiker sollen nun klären, ob weitere Regierungssysteme betroffen sein könnten. Für Albanese ist die Situation "offensichtlich inakzeptabel".
Der Fall kommt zu einem Zeitpunkt, an dem führende Tech-Manager bei den Vereinten Nationen erneut vor Risiken der KI-Entwicklung warnten. OpenAI-Chef Altman sprach von "äußerster Vorsicht". Anthropic-Chef Dario Amodei kündigte an: "Wir werden das Tempo so weit drosseln wie nötig, damit jede weitere von uns veröffentlichte KI-Technologie tatsächlich sicher ist."