Der Gallustag (oder Tag der heiligen Hedwig) am 16. Oktober ist seit Jahrhunderten ein Fixpunkt im bäuerlichen Kalender. An diesem Tag (heuer ein Donnerstag) endet laut Volksglaube der milde Herbst. Die alte Bauernregel sagt: "An Hedwig bricht der Wetterlauf - und hört das schöne Wetter auf."
Was so viel heißt wie: Nach Hedwig zieht der kühle Herbst endgültig ein. Die Tage werden kürzer, das Wetter trüber - Regen, Wind und erste Kälteeinbrüche kündigen sich an.
Tatsächlich zeigen Wetterprognosen immer wieder einen deutlichen Temperaturknick Mitte Oktober: Nach sonnigen Altweibersommer-Tagen folgt oft ein Umschwung mit Wolken, Nebel und ersten Frühfrösten. Ob die Regel heuer hält, was Hedwig "verspricht", wird sich zeigen - aber sicher ist: Der Herbst meint es ab Hedwig oft nicht gut mit Schönwetter-Fans.
Der 16. Oktober galt Bauern als Tag der Wetterwende – gleich zwei Heilige wurden an dem Tag angerufen: Der heilige Gallus, ein irischer Mönch und Missionar, gilt nicht nur als Stadtpatron von St. Gallen, sondern auch als Wetterprophet: Seine Bauernregeln sagen voraus, wie der kommende Winter wird. Die heilige Hedwig von Andechs, Schutzpatronin von Schlesien, wird seit dem Mittelalter verehrt.
Weitere Bauernregeln für den 16. Oktober weisen auf wichtige Arbeiten hin: Der erste Schnee kann fallen, die Kühe werden in den Stall gebracht und die Apfelernte muss abgeschlossen sein. Der Tag ist auch als Welternährungstag bekannt und hat eine weltweite Bedeutung.
Ob die alten Prophezeiungen nun exakt eintreffen oder nicht - die Bauernregeln sind faszinierende Beispiele für altes Wetterwissen. Die Prognosen rufen in Erinnerung, wie genau unsere Vorfahren ihre Umwelt beobachteten. Auch wenn die Wissenschaft skeptisch ist, bleibt der Bauernkalender ein interessantes, uraltes Wetter-Regelwerk.