Stromschock in Frankreich

Wintersturm "Elli" legt brandneuen Atomreaktor lahm

Nach schweren Sturmböen an Frankreichs Küste musste der neue Atomreaktor Flamanville 3 vorübergehend vom Netz genommen werden.
Newsdesk Heute
09.01.2026, 19:48
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Wegen des heftigen Wintersturms, der über Europa gezogen ist, hat der französische Stromkonzern EDF den EPR-Atomreaktor im nordfranzösischen Flamanville vom Netz genommen. In der Nacht auf Freitag ist eine externe Hochspannungsleitung ausgefallen, wie EDF mitgeteilt hat. Die genauen Umstände werden noch untersucht.

"Die technische Situation ist eindeutig auf den Sturm zurückzuführen", sagte ein Unternehmenssprecher. In der Normandie sind in der Nacht Windböen von bis zu 200 Stundenkilometern gemessen worden.

Das Atomkraftwerk Flamanville steht auf der Halbinsel Cotentin, direkt an der Küste des Ärmelkanals. Neben dem neuen Druckwasserreaktor gibt es dort auch zwei ältere Reaktoren. Einer davon wurde ebenfalls vom Netz genommen, der andere ist derzeit wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet.

Der EPR-Reaktor Flamanville 3 ist mit zwölf Jahren Verspätung erst im Dezember 2024 ans Netz gegangen und hat im vergangenen Dezember zum ersten Mal seine volle Leistung erreicht. Mit 1.600 Megawatt ist er der stärkste Atomreaktor Frankreichs und soll Strom für zwei Millionen Haushalte liefern.

Der heftige Wintersturm "Goretti" – der in Österreich und Deutschland "Elli" genannt wird – hat am Freitag außerdem zu Stromausfällen bei rund 380.000 Haushalten geführt, vor allem im Norden und Westen Frankreichs. An der Küste des Ärmelkanals wurde die höchste Unwetterwarnstufe ausgerufen.

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