Meinl-Reisinger: Fauxpas!

Polter-Gruppe mit blauen Hüten mit FPÖlern verwechselt

Neos-Chefin Meinl-Reisinger wurde beim Altausseer Kirtag ausgebuht und sah eine "Störaktion der FPÖ". Doch hinter den Pfiffen stecken "Polterer".
André Wilding
09.09.2026, 13:50
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Aus einigen Pfiffen im Bierzelt ist inzwischen ein heftiger politischer Schlagabtausch geworden. Nachdem Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) die Buh-Rufe beim Altausseer Kirtag als "Störaktion der FPÖ" bezeichnet hatte, gehen die Freiheitlichen nun zum Gegenangriff über.

Bei einer Ansprache Meinl-Reisingers im voll besetzten Bierzelt waren aus Teilen des Publikums Pfiffe und Buh-Rufe zu hören. Videos der Szene verbreiteten sich danach rasch in den sozialen Medien.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Polterer aus Oberösterreich

In einer Aussendung widerspricht die FPÖ allerdings der Darstellung der Außenministerin, dass hinter den Zwischenrufen eine gezielte Aktion der Freiheitlichen gesteckt habe. Denn die Quelle der Pfiffe war eine rund 50-köpfige Gruppe aus Oberösterreich sein, die einen "Polterer" im Ausseerland feierte.

Die Poltergruppe ließ es beim Kirtag ordentlich krachen.
zVg

Als Erkennungszeichen trug die Polterergruppe blaue Hüte – Fotos davon wurden "Heute" übermittelt. "Womöglich hat der Kopfschmuck Meinl-Reisinger bewogen, die Pfiffe gegen sie automatisch der FPÖ zuzurechnen. Wie auch immer", erklärt FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz in einer Mitteilung.

Der Freiheitliche wirft Neos-Chefin Meinl-Reisinger nun vor, mit ihrer Darstellung von den negativen Reaktionen abzulenken.

"Nicht jeder himmelt sie an"

"Es ist typisch für die überhebliche und selbstverliebte Art der Außenministerin. Sie kann es sich einfach nicht vorstellen, dass sie jemand nicht sympathisch findet und sie anhimmelt, sondern mit Pfiffen bedenkt. Vielleicht sollte einer ihrer Parteifreunde Meinl-Reisinger in die Realität zurückholen. Die Neos liegen in den Umfragen bei sieben Prozent, sogar vom NEOS-Parteigründer und aus der eigenen Partei kommt massive Kritik an ihrer Person. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass in einem vollbesetzten Bierzelt Menschen sind, die Beate Meinl-Reisinger nicht mögen. Diese Menschen haben in einer Demokratie auch das Recht, das entsprechend kundzutun", so der FPÖ-Generalsekretär.

Schnedlitz verlangt eine Entschuldigung und geht noch einen Schritt weiter: "In diesem Fall dann aber eine Attacke der FPÖ zu konstruieren und das auch als gesicherte Information so zu verbreiten, das geht einfach nicht. Ich erwarte mir eine Entschuldigung bei der FPÖ und dann den Rücktritt. Jemand, den ein paar Pfiffe im Bierzelt aus der Fassung bringen, der kann unmöglich unser Land international vertreten. Jemand der aufgrund der eigenen schlechten Politik und Unbeliebtheit beginnt andere zu beschuldigen und damit auffliegt, dass diese Schuldzuweisungen frei erfunden sind, kann nicht so tun, als ob nichts passiert sei."

FPÖ verschärft Kritik

In einer Mitteilung argumentiert die FPÖ zudem, dass das Amt des Außenministers besonderes diplomatisches Geschick verlange. Die Partei wirft Meinl-Reisinger vor, dieses bei der Reaktion auf die Pfiffe vermissen gelassen zu haben.

Schnedlitz legt schließlich noch einmal nach: "Die Buhrufe war nicht die FPÖ, die negativen Kommentare auf Social Media waren nicht die Russen – die Wahrheit ist ganz einfach: Beate Meinl-Reisinger ist einfach eine Politikerin, die beim Volk ganz einfach unten durch ist. Das ist die Wahrheit, und sie selbst daran schuld und niemand anderer. Und deshalb bleibt am Ende des Tages nur ein Schritt, und das ist der Rücktritt von Beate Meinl-Reisinger", so Schnedlitz.

wil,Akt. 09.09.2026, 16:12, 09.09.2026, 13:50