Reformdruck steigt

52,1 Milliarden Euro – Gesundheitskosten explodieren

Österreichs Gesundheitsausgaben sind innerhalb von neun Jahren um 60 Prozent gestiegen. 2024 lagen die Kosten bereits bei 52,1 Milliarden Euro.
Newsdesk Heute
09.09.2026, 15:06
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Österreich gibt immer mehr Geld für Gesundheit aus. Innerhalb von neun Jahren sind die gesamten Gesundheitsausgaben ohne Langzeitpflege um 60 Prozent auf 52,1 Milliarden Euro gestiegen, wie ein aktueller Bericht des Budgetdienstes des Parlaments zeigt.

2015 lagen die Ausgaben inklusive privater Kosten noch bei 32,6 Milliarden Euro. Bis 2024 kamen 19,5 Milliarden Euro hinzu. Damit wuchsen die Gesundheitskosten deutlich stärker als das nominelle Bruttoinlandsprodukt, das im selben Zeitraum um 44,4 Prozent zulegte.

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Spitalsambulanzen mit starkem Plus

Je nach Bereich fällt die Entwicklung unterschiedlich aus. Bei medizinischen Gütern betrug der Anstieg zwischen 2015 und 2024 dem Bericht zufolge 42,9 Prozent. Besonders stark legten die Ausgaben für die spitalsambulante Versorgung zu. Hier betrug das Plus 143,5 Prozent.

Allein die öffentlichen Gesundheitsausgaben – ohne private Kosten und Langzeitpflege – beliefen sich 2024 auf 39,5 Milliarden Euro. Damit waren sie für rund 15 Prozent der gesamten Staatsausgaben verantwortlich.

Ausgaben 2015 und 2024, Anstieg nach Bereichen, Quelle: Parlament/Budgetdienst;
APA-Images / APA-Grafik

Bericht sieht Probleme bei Finanzierung

Der Budgetdienst verweist auch auf die komplizierte Struktur des österreichischen Gesundheitssystems. Die Finanzierung sei von Verflechtungen zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung geprägt, "insbesondere im Bereich der Krankenanstaltenfinanzierung".

Dadurch entstünden "widersprüchliche finanzielle Anreize" für die verschiedenen Akteure. Diese würden insbesondere Verschiebungen von Leistungen zwischen Krankenhäusern und dem niedergelassenen Bereich betreffen.

Ein wesentlicher Faktor für die steigenden Kosten dürfte die demografische Entwicklung sein. Der Bericht führt den allgemeinen Zuwachs der Staatsausgaben unter anderem auf demografieabhängige Bereiche zurück. Neben Pensionen und Pflege zählt dazu auch die Gesundheit.

Parteien sehen Reformbedarf

Die Neos orten angesichts der Zahlen ein Strukturproblem im österreichischen Gesundheitssystem. Dieses zeige sich auch dadurch, "dass immer mehr Menschen auf Wahlärzte zurückgreifen, weil die Versorgung nicht dort ankommt, wo sie gebraucht wird".

Aus Sicht der Partei braucht es deshalb eine grundlegende Neuordnung bei Finanzierung und Versorgung.

Auch die Opposition reagiert auf den Bericht. Die FPÖ bezeichnet die Ergebnisse als "alarmierendes Zeugnis für die Gesundheitspolitik der vergangenen acht Jahre".

Für die Grünen bestätigt die Analyse wiederum "den dringenden Reformdruck im Gesundheitssystem".

red,09.09.2026, 15:06
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