Private Krankenversicherungen spielen in Österreich eine immer größere Rolle. Rund 3,65 Millionen Menschen haben mittlerweile eine solche Zusatzversicherung – das entspricht etwa vier von zehn Personen.
Gleichzeitig sind die Ausgaben für das österreichische Gesundheitssystem 2025 deutlich gestiegen. Sie erhöhten sich um 3,5 Milliarden Euro auf insgesamt 61,3 Milliarden Euro, erklärten UNIQA-Vorstand René Knapp und Hans Aubauer, Leiter der Group Health Insurance bei UNIQA, am Dienstag.
Auf private Gesundheitsausgaben entfielen demnach 14,95 Milliarden Euro und damit rund ein Viertel der gesamten Kosten.
Knapp geht davon aus, dass private Zusatzversicherungen künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Als einen Grund nennt er die steigende Lebenserwartung.
"Wir werden älter, benötigen mehr medizinische Leistungen und zugleich gibt es immer weniger Menschen im Erwerbsalter, die diese Leistungen finanzieren und erbringen können", merkte Knapp an.
Das Interesse an zusätzlicher Vorsorge nehme bereits zu, erklärte Aubauer. Allein im vergangenen Jahr schlossen 86.000 Menschen eine private Krankenversicherung ab.
Die privaten Versicherungen deckten 2025 insgesamt 7,5 Millionen Schadensfälle ab und zahlten dafür rund 2,2 Milliarden Euro aus. 55 Prozent davon entfielen auf den Ersatz von Krankenhauskosten, weitere 16 Prozent auf ärztliche Leistungen.
Auch die Gründe für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung haben sich verändert. Während früher vor allem die Sonderklasse im Krankenhaus ausschlaggebend war, steht mittlerweile der Zugang zu Wahlärzten stärker im Vordergrund.
Im Durchschnitt sind Versicherte bereit, monatlich 55 Euro für eine Zusatzversicherung auszugeben. Bei Männern sind es 59 Euro, bei jüngeren Menschen sogar 62 Euro.
Nach Darstellung der UNIQA würden von den privaten Versicherungen auch die öffentlichen Kassen profitieren. Bei einem Wahlarzt werden bis zu 80 Prozent des Kassentarifs für die jeweilige Leistung refundiert – nicht 80 Prozent der tatsächlich bezahlten Wahlarztkosten. Den darüber hinausgehenden Teil können private Versicherungen übernehmen.
Auch Behandlungen in Privatspitälern würden laut UNIQA das öffentliche Gesundheitssystem entlasten. Die Krankenkassen übernehmen dabei nur einen Teil der anfallenden Kosten.
Rund 41 Prozent der privat Krankenversicherten entscheiden sich für eine Behandlung in einem Privatspital. Zuletzt wurden dort jährlich rund 130.000 Patienten behandelt.
Einen weiteren Nutzen sieht Aubauer bei der Sonderklasse in öffentlichen Krankenhäusern. Die dabei anfallenden Sonderklassehonorare für Privatversicherte seien ein zusätzlicher Anreiz für Spitzenärzte, weiterhin in öffentlichen Spitälern tätig zu sein.