In Öffis, Parks, Supermärkten

Mehrheit macht negative Erfahrungen mit Migranten

Mehr als 50 % der Österreicher berichten von negativen Erfahrungen mit Zuwanderern im öffentlichen Raum. Das zeigt die neueste Integrationsbefragung.
Heute Politik
09.09.2026, 13:15
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Was denkt Österreich über Integration, Zusammenhalt und Zugehörigkeit? Genau das wollte der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) wissen – und ließ dazu 1.016 Menschen ab 16 Jahren befragen. Die Erhebung führte die Peter Hajek Public Opinion Strategies GmbH zwischen 26. Februar und 9. März 2026 durch. Am Dienstag präsentierte Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) die Ergebnisse.

75 % sehen Österreichs Kultur in Gefahr

Eine zentrale Erkenntnis der Befragung: 75 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Sorgen um die kulturelle Identität Österreichs eher oder sehr berechtigt sind. Nur 19 Prozent meinen, dass sie eher oder gar nicht berechtigt sind. Das ist eine deutliche Änderung gegenüber 2018: Damals waren noch 57 Prozent der Meinung, dass die Sorgen um die heimische Kultur berechtigt sind.

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Besonders auffällig ist zudem das wahrgenommene Konfliktpotenzial: 56 Prozent der Befragten sehen die größten gesellschaftlichen Spannungen zwischen Einheimischen und Zugewanderten. Damit liegt diese Konfliktlinie noch vor Links gegen Rechts mit 50 Prozent und Arm gegen Reich mit 40 Prozent.

Negative Erfahrungen im öffentlichen Raum

Auch bei den persönlichen Erfahrungen mit Migranten zeigt sich ein deutlich unterschiedliches Bild. Im Freundes- und Bekanntenkreis bewerten 73 Prozent den Kontakt als sehr oder eher positiv. Am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft überwiegen ebenfalls die positiven Erfahrungen.

Im öffentlichen Raum dreht sich das Bild jedoch um: In Öffis, beim Einkaufen, auf der Straße oder in Parks berichten nur 36 Prozent von positiven Erfahrungen. 55 Prozent bewerten ihre Erfahrungen dort hingegen als eher oder sehr negativ.

Dass das Thema Integration emotional aufgeladen ist, zeigen auch weitere Ergebnisse der Befragung. 51 Prozent sehen große Migrationsbewegungen als negativen Einfluss auf das Zusammenleben in Österreich. Beim politischen Islam sind es 52 Prozent.

Das stört Österreicher am meisten

Klare Grenzen ziehen die Befragten zudem bei konkreten Integrationsproblemen. Je 90 Prozent halten es für sehr oder eher problematisch, wenn Zuwanderer bei verletzter "Ehre" Gewalt anwenden oder Männer Frauen aufgrund ihres Geschlechts nicht respektieren. Je 89 Prozent bewerten es als problematisch, wenn Zuwanderer nicht arbeiten und von Sozialhilfe leben, österreichische Kultur und Werte ablehnen oder nicht gut genug Deutsch sprechen, um einen Job zu finden.

Grüne: "Bauer schürt Vorurteile und Ängste"

Die Grünen sehen in einer Aussendung die gesellschaftliche Zusammenarbeit gefährdet – und gibt der ÖVP und der FPÖ die Schuld dafür. "Österreich hat mit der FPÖ eine Partei, die zum Ziel hat, den Zusammenhalt in unserem Land zu zerstören – und die hat mit der ÖVP-Ministerin Bauer eine lautstarke Gehilfin", so Klubobfrau-Stellvertreterin Sigi Maurer.

Sie verweist darauf, dass die ÖVP – seitdem es in Österreich ein Integrationsministerium gibt – Verantwortung für dieses Thema trage. "Ich frage mich: Was war ihre Leistung? Vor 15 Monaten hat die Regierung 'Integration ab dem 1. Tag' angekündigt – bis heute liegt keine einzige Maßnahme vor“, so Maurer.

pol,09.09.2026, 13:15