Er hat mit "Blackout" Millionen Leser in Angst vor dem totalen Stromausfall versetzt – jetzt dreht Wiens Thriller-Meister Marc Elsberg noch eine Stufe weiter. In seinem neuen Roman "Eden – Wenn das Sterben beginnt" (Blanvalet Verlag) reißt nicht bloß ein Netz. Es zerreißt das Netz des Lebens selbst.
Was passiert, wenn nicht der Strom ausfällt, sondern die Natur? Wenn Mikroben, Plankton, Insekten, Würmer, Insekten, Vögel, Korallen, Bäume, Tiere und Pflanzen – kurz: das fragile System Erde – ins Wanken gerät? Elsberg liefert darauf einen Thriller, der beunruhigend nah an der Realität entlangschrammt.
"In 'Eden' geht es darum was geschieht, wenn die lebendigen Grundlagen unserer Gesellschaft und unseres Wohlstands bröckeln oder verschwinden", sagt Elsberg. Und zieht selbst die Parallele zu seinem größten Erfolg: "In 'Blackout' reißen nur die Stromnetze und uns ging der Strom aus, in 'Eden' reißen die Netze des Lebens selbst und uns geht die Natur aus. Wie man sich vorstellen kann, hat das Folgen ..."
Und die haben es in sich.
Ein Riesenkalmar attackiert in der Karibik vor den Augen geschockter Touristen einen Walhai. Im Amazonas wird der Boden zu Staub. In der Adria treiben tote Fische. Was wie vereinzelte Naturmeldungen klingt, entpuppt sich als Vorbote einer globalen Megakrise.
„Der Mensch hat keinen Hang zur Selbstzerstörung, aber wir sind bequem“Marc Elsberg
Zurück im Zentrum des Geschehens: IT-Experte Piero Manzano. Die Hauptfigur aus "Blackout" ist wieder da – gereifter, wachsamer, entschlossener.
Nach den dramatischen Ereignissen von damals will er verhindern, dass ihm die komplexen Systeme dieser Welt nie wieder um die Ohren fliegen. Seine neu entwickelte KI schlägt Alarm: Binnen Monaten könnte das ökologische Gleichgewicht kippen – mit dramatischen Folgen für Ernährung, Wirtschaft und politische Stabilität.
"Piero Manzano spielt eine der drei Hauptrollen, als eine Art Mentor für die zwei jüngeren Hauptfiguren Linus Strand und Sarah Keller. Er ist, wie schon in 'Blackout', 'the brain', aber auch das Gewissen", erklärt Elsberg.
An seiner Seite: die junge Meeresbiologin Sarah Keller und Influencer Linus Strand. Zwei Vertreter einer Generation, die mit den Konsequenzen leben muss. Während Sarah analytisch und alarmiert agiert, bringt Linus eine neue Dynamik ins Spiel – und zwischen den beiden knistert es spürbar. Doch je lauter sie warnen, desto mächtiger werden ihre Gegner.
6. März: Thalia Wien, Landstraßer Hauptstraße 2a/2b
10. März: Tyrolia Buch Innsbruck, Maria-Theresien-Straße 15
25. März: VHS Kulturgarage, Wien, Am-Ostrom-Park 18
1. April: Schloss Porcia, Spittal an der Drau, Burgplatz 1
Im Zentrum des Romans steht auch die Frage: Wie weit kann Künstliche Intelligenz uns vor Multikrisen warnen? Elsberg ist überzeugt: "KI gehört mittlerweile zu unserem Leben wie alles Digitale und wird das in Zukunft noch viel mehr tun. Also muss es auch Teil einer aktuellen Geschichte sein."
Eine Allrounder-Software wie im Roman? Noch Zukunftsmusik. "Eine Allrounder-Software wie 'Vysyon' in 'Eden' gibt es Stand Jahreswechsel 2025/2026 so noch nicht, zumindest nicht für den öffentlichen Gebrauch. Aber früher oder später werden wir solche oder ähnliche Modelle sehen."
Das Beängstigende an "Eden": Alles wirkt möglich. Alles wirkt denkbar.
Warum aber steuern wir sehenden Auges auf solche Szenarien zu? Für Elsberg liegt die Antwort weniger in Bosheit als in Bequemlichkeit: "Der Mensch hat keinen Hang zur Selbstzerstörung, aber wir sind bequem." Und genau das könne "zur mitunter sogar tödlichen Falle" werden.
Mit einer Gesamtauflage von über 4,25 Millionen Exemplaren gilt Elsberg längst als Meister des Wissenschaftsthrillers. Auch "Eden" ist eine rasante Achterbahnfahrt – recherchestark, temporeich, hochaktuell. Doch bei aller Düsternis bleibt ein Hoffnungsschimmer.
"Neben all dem Besorgniserregenden in unserer Welt sehe ich dennoch täglich Menschen, die sich für das Positive einsetzen", sagt Elsberg. "Man muss sich ja nur dafür entscheiden, zu diesen zu gehören."
Ein Thriller also, der nicht nur den Puls hochtreibt, sondern auch das Gewissen. Und der eine unbequeme Frage stellt: Was, wenn das Sterben nicht irgendwann beginnt – sondern längst begonnen hat?