Wenn in Wien die orange Kolonne anrückt, weiß jeder: Jetzt kommt das "Karottenballett". Die MA 48, liebevoll auch einfach "die 48er" genannt, feiert heute ihren 80. Geburtstag.
Gegründet wurde die Magistratsabteilung am 1. März 1946 – in einer Zeit, als Wien in Schutt und Asche lag. In den letzten Kriegsjahren war die Müllabfuhr komplett ausgefallen. Rund 850.000 Kubikmeter Kriegsschutt und zusätzlich 200.000 Kubikmeter Mist auf den Straßen mussten beseitigt werden. Unter Bürgermeister Theodor Körner entstand damals die Magistratsabteilung 48 - Fuhrwerksbetrieb und Straßenpflege der Stadt Wien.
Was mit der Entsorgung von Kriegsschutt begann, entwickelte sich zu moderner Abfallwirtschaft. Anfangs landete der Müll noch in Ziegelgruben, heute setzt Wien auf ausgeklügelte Mülltrennung und thermische Verwertung. 1963 wurde am Flötzersteig die erste Müllverbrennungsanlage eröffnet. Seit 1977 wird Altglas getrennt gesammelt, ab Mitte der 1980er kamen Container für Altpapier, Metall und Kunststoffe dazu.
Auch die Aufgaben wuchsen stetig. Neben Müllabfuhr, Straßenreinigung und Winterdienst kümmert sich die MA 48 mittlerweile um öffentliche Toiletten, den städtischen Fuhrpark, die Abfallberatung, den Abschleppdienst, die WasteWatcher und das Zentrale Fundservice.
In den ersten 30 Jahren waren die Mistkübler übrigens in Blau unterwegs. Erst später wurde auf das heute unverkennbare Orange umgestellt - und damit das Markenzeichen der "48er" geboren.
Rund 3.100 Mitarbeiter sorgen derzeit dafür, dass Wien sauber bleibt. Gefeiert wird das runde Jubiläum am Montag mit einem Festakt in Wien-Donaustadt. Neben Bürgermeister Michael Ludwig und Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (beide SPÖ) sind auch Schriftsteller Arno Geiger, Ex-Staatssekretärin Gitti Ederer, Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky und viele mehr als Ehrengäste dabei.
Ob Schneechaos, Hitzewelle oder Silvester-Müll - seit 80 Jahren tanzt das "Karottenballett" durch Wien. Und die Stadt wäre ohne ihre 48er wohl nur halb so geschniegelt.