Hände und Füße gefesselt

"Wird keinen Monat überleben" – ICE verhaftet Französin

Eine Französin (86) zog für ihre große Liebe in die USA – jetzt sitzt sie nach ihrer Festnahme durch Trumps ICE-Agenten in Abschiebehaft.
Newsdesk Heute
14.04.2026, 20:27
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Eine rührende Liebesgeschichte über Kontinente und Generationen hinweg endet jetzt in einem Albtraum: Eine 86-jährige Französin sitzt als angeblich illegale Einwanderin im US-Bundesstaat Alabama in Abschiebehaft. "Sie legten ihr Handschellen an Händen und Füßen an, als wäre sie eine gefährliche Kriminelle", schildert ihr Sohn dem französischen Medium "Ouest-France" die irre Verhaftung.

Das US-Heimatschutzministerium, das die Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) beaufsichtigt, teilte der BBC mit, dass eine "illegale Einwanderin aus Frankreich" mit ihrem Namen im Juni 2025 in das Land eingereist sei und die Gültigkeitsdauer ihres 90-Tage-Visums überschritten habe. Ihrer Familie zufolge habe die Seniorin auf die Ausstellung ihrer Green Card gewartet, als sie von Trumps ICE-Agenten aufgegriffen wurde.

Dahinter könnte aber noch mehr stecken, wie die BBC berichtet: Marie-Thérèse war erst im Vorjahr aus Nantes in die USA gezogen, nachdem sie ihre Jugendliebe Billy wiedergefunden hatte. Die beiden hatten sich schon in den 1960er-Jahren kennengelernt, als er als Soldat in Saint-Nazaire stationiert war, verloren sich aber aus den Augen. Jahrzehnte später funkte es erneut – beide waren mittlerweile verwitwet, hatten erwachsene Kinder. "Billy war ein 'charmanter, liebenswerter Mann'", sagte Marie-Thérèses Sohn. Das Paar sei "wie Teenager" verliebt gewesen.

Streit um Erbe

Die beiden heirateten schließlich und die Französin übersiedelte zu ihrem Mann nach Alabama. Sie beantragte eine Green Card, also eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Doch noch bevor diese bewilligt wurde, starb Billy überraschend im Jänner 2026.

Damit begann das Drama: Plötzlich war ihr Aufenthaltsstatus unklar. Kurz darauf kam es auch noch zum Streit mit dem Sohn ihres verstorbenen Mannes um das Erbe. Laut ihrer Familie soll er sie sogar bedroht und ihr Wasser sowie Strom abgedreht haben. Kurz vor einem Gerichtstermin in der Causa klickten dann die Handschellen.

"Sie ist eine Kämpfernatur"

Die Behörden argumentieren, die Frau habe ihr Visum überzogen. Ihre Familie hingegen betont, dass sie sich mitten im Verfahren für eine Green Card befunden habe. Mittlerweile sitzt die Seniorin in einem Abschiebezentrum im Bundesstaat Louisiana. Sie ist laut ihrem Sohn eine "Kämpfernatur" und "halte sich gut", doch ihr Gesundheitszustand bereitet Sorgen: die 86-Jährige leidet an Herz- und Rückenproblemen.

"Unsere oberste Priorität ist es, sie aus dieser Haftanstalt zu holen und nach Frankreich zurückzubringen. Angesichts ihres Gesundheitszustands wird sie unter solchen Haftbedingungen keinen Monat überleben", sagte er. Das französische Außenministerium ist eingeschaltet.

Wie schlechter Hollywood-Film

In Donald Trumps zweiter Amtszeit spielt ICE eine zentrale Rolle bei der Umsetzung seiner geplanten Massenabschiebungen der angeblich "Schlimmsten der Schlimmen". Die Behörde wurde erheblich erweitert, hat weitreichende Befugnisse und ein riesiges Budget bekommen. Für Marie-Thérèses Sohn ist der Vorfall "wie ein schlechter amerikanischer Film": "Jeden Morgen wache ich auf und sage mir, dass nichts davon wahr ist, dass es nur ein Albtraum war".

{title && {title} } red, {title && {title} } 14.04.2026, 20:27
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