Überall Drohnen

"Wird komplett gefährlich" – Selenskyj warnt Fluglinien

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt alle Airlines vor Flügen über Russland. Kriegstreiber Putin spricht von "Staatsterrorismus".
Newsdesk Heute
02.09.2026, 12:09
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Der Krieg gegen die Ukraine hat zunehmend Folgen für den russischen Luftraum. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Fluglinien davor gewarnt, weiter über Russland zu fliegen oder wichtige russische Flughäfen anzusteuern.

Wie die BBC berichtet, sagte Selenskyj in seiner nächtlichen Videoansprache am Dienstag: "Wir wollen jede Fluglinie, jeden Versicherer, jeden, der noch wichtige russische Flughäfen und den Luftraum nutzt, warnen: Der russische Himmel wird komplett gefährlich. Der Krieg, den Russland begonnen hat, schließt jetzt seinen Luftraum."

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Selenskyj betonte zugleich, die Ukraine bedrohe nicht die zivile Luftfahrt und "kein einziges ziviles Flugzeug": "Es wird einfach Drohnen am russischen Himmel geben, und zwar in einem Ausmaß, das man berücksichtigen muss."

Seine Botschaft richtete Selenskyj ausdrücklich an alle Fluggesellschaften, die russische Flughäfen anfliegen – besonders die großen Städte wie St. Petersburg und Moskau. Viele westliche Fluglinien meiden russischen Luftraum seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine ohnehin. Konkurrenten aus Ländern wie China, der Türkei und Golfstaaten nutzen ihn jedoch weiter, weil dadurch auch Routen zwischen Asien und Europa kürzer und günstiger bleiben.

Türkei reagiert

Türkische Fluglinien haben bereits reagiert. Alleine in den letzten 24 Stunden waren 80 Flüge mit Ziel Moskau massiv verspätet oder sind ganz gestrichen worden. "Touristen in Antalya scheinen einen Rekord aufzustellen – sie können seit fast 10 Stunden nicht nach Domodedowo abfliegen", meldet NEXTA. "Wir wissen nicht, was uns erwartet; die türkische Seite lässt keine Abflüge zu", wird Pegasus Airlines zitiert. Der Grund sei "die Situation im Luftraum".

Die Ukraine greift inzwischen auch Ziele tief im russischen Staatsgebiet an. Laut dem vorliegenden Bericht wurden dabei unter anderem Energieanlagen und große Einzelhändler wie Wildberries und Ozon ins Visier genommen. Das Luftfahrtrisiko-Unternehmen Osprey Flight Solutions geht demnach davon aus, dass die meisten ukrainischen Drohnen- und Raketenangriffe innerhalb von 300 Kilometern zur Grenze stattfinden dürften. Zugleich seien tägliche Attacken tiefer in Russland in diesem Jahr "fast sicher" weiter zu erwarten.

Kreml-Kriegstreiber Wladimir Putin reagierte scharf. Am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Kirgisistan sagte er, Selenskyjs Aussagen kämen einer "Erklärung von Staatsterrorismus" gleich. Zugleich machte Putin klar, Russland werde seine eigenen Angriffe auf die Ukraine fortsetzen.

Der Luftraum über der Ukraine ist seit Beginn des Krieges für zivile Flugzeuge geschlossen. In Erinnerung bleibt auch der Abschuss von Malaysia-Airlines-Flug MH17 über der Ostukraine im Juli 2014. Alle 298 Menschen an Bord starben. Die UN-Luftfahrtorganisation machte im Vorjahr Russland dafür verantwortlich; der Kreml weist jede Verantwortung zurück.

Auch 2024 kam es zu einem tödlichen Zwischenfall in russischem Luftraum: Putin entschuldigte sich damals beim Präsidenten Aserbaidschans nach dem Abschuss eines Verkehrsflugzeugs, bei dem 38 Menschen ums Leben kamen. Laut Putin ereignete sich der "tragische Vorfall", als russische Luftabwehrsysteme ukrainische Drohnen abwehrten.

{title && {title} } red, {title && {title} } 02.09.2026, 12:09