Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigt eine deutliche Verschärfung der Drohnenoffensive gegen Russland an. In seiner abendlichen Videobotschaft erklärte er, die Ukraine müsse ihre Fähigkeiten für Angriffe auf Ziele weit hinter der Front massiv ausbauen.
Derzeit führe die Ukraine im Schnitt mehr als 300 Langstreckenangriffe durch. Künftig sollen es nach Selenskyjs Vorstellungen bis zu 1.000 pro Tag werden. Gleichzeitig müsse auch die Produktion von Abfangwaffen gegen russische Drohnen deutlich gesteigert werden.
Seit Wochen greift die Ukraine verstärkt russische Ölraffinerien, Logistikzentren und militärische Einrichtungen an. Damit soll vor allem die wirtschaftliche und militärische Basis für Russlands Krieg geschwächt werden. Nach Angaben Selenskyjs zeigen die Attacken bereits Wirkung. Russland verfüge über weniger Treibstoff, geringere Exportmöglichkeiten und eingeschränkte Logistikkapazitäten.
Sollte Moskau nicht zu ernsthaften Gesprächen über ein Ende des Krieges bereit sein, werde Russland mit weiteren Verlusten rechnen müssen, kündigte Selenskyj an.
Auch die russischen Häfen sollen stärker unter Druck geraten. Selenskyj behauptete, dass der wichtige Schwarzmeerhafen Noworossijsk bereits weitgehend lahmgelegt worden sei. Die Ukraine werde Wege finden, auch weitere russische Häfen zu blockieren, sagte der Präsident.
Gleichzeitig greift Russland weiterhin ukrainische Hafenanlagen rund um Odessa an. Der Schiffsverkehr in der Region ist dadurch erheblich eingeschränkt. Einen Vorschlag Kyjiws für eine Waffenruhe im Schwarzen Meer hatte Moskau zuletzt abgelehnt.
Selenskyj äußerte sich zudem zu einem Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau. Die US-Regierung habe die ukrainische Führung über die Gespräche informiert. Selenskyj bedankte sich bei Washington für den aus seiner Sicht "notwendigen Ton" gegenüber Russland. Einzelheiten zu den Gesprächen nannte er nicht.
US-Medien hatten zuvor berichtet, Ratcliffe habe die russische Seite bei seinem Moskau-Besuch vor Angriffen auf NATO-Staaten gewarnt. US-Präsident Donald Trump wollte sich zum konkreten Zweck der Reise nicht äußern. Mit Blick auf Russland sagte er lediglich, dass es keinen Angriff geben werde.