Es war eine Entwicklung, die fassungslos machte: Nach einem Urteil am Landesgericht Klagenfurt gegen einen 52-jährigen Kärntner wegen des Konsums von Missbrauchsmaterial im Internet gerieten plötzlich völlig unbeteiligte Menschen ins Visier einer wütenden Online-Hetzwelle.
Besonders erschreckend: Wirt Philipp Landl berichtete sogar von Morddrohungen, die er im Zuge der falschen Zuschreibungen erhalten hatte. Nachdem er angekündigt hatte, den Biergarten "Hofbräu zum Lindwurm" in Klagenfurt mit Ende Juni zu schließen, brach die Hasswelle los.
Sofort wurde der dreifache Vater als Täter verdächtigt, sogar Morddrohungen habe der Gastronom erhalten. "Das stimmt absolut nicht: Ich schließe aus wirtschaftlichen Gründen", sagt Landl in der "Kleinen Zeitung". "Ich habe mit dem Fall nicht das Geringste zu tun und habe davon aus Medien erfahren."
Auch die bekannte Klagenfurter Wirtefamilie Lutschounigg wurde fälschlich mit dem Fall in Verbindung gebracht und sah sich massiven Angriffen ausgesetzt. In sozialen Medien kursierten Beschimpfungen, falsche Behauptungen und Aufrufe zum Boykott des Familienbetriebs.
Doch damit nicht genug: Die Situation eskalierte weiter. "Ich habe absolut nichts mit Kinderpornos zu tun. Nie in meinem ganzen Leben", stellte Karlheinz Lutschounigg klar.
Trotz Klarstellungen riss die Welle im Netz nicht ab. Während viele Stammgäste der Familie den Rücken stärkten, mussten bereits Veranstaltungen abgesagt werden. Die Betroffenen hofften schließlich auf ein Ende der Hetze – und darauf, wieder in Ruhe arbeiten zu können.