Falsche Lehrerin beschuldigt

Wut-Posting ging nach hinten los – Frau verurteilt

Das ging nach hinten los: Eine Frau hat online eine Lehrerin beschuldigt, Schüler schlecht zu behandeln. Das Problem: Es war die falsche Pädagogin.
Newsdesk Heute
06.05.2026, 14:51
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Kurioser Fall in Kärnten: Ein Shitstorm im Internet wurde nun Thema für die Justiz. In der Hauptrolle: Eine 27-Jährige, die sich in der Lavanttaler Suchtgiftszene bewegen soll. Wie die "Krone" berichtet, hatte sie einer Lehrerin im Internet schweres Fehlverhalten vorgeworfen.

Folgenschwere Verwechslung

Die Vorgeschichte: Im vergangenen Herbst hatte die junge Kärntnerin in einer Gemeinde im Lavanttal rund 15 Schüler und eine Lehrerin beobachtet. Die Klasse beschäftigte sich gerade mit dem Thema Verkehrserziehung und hielt sich dafür auf einer Straße auf.

Dabei habe die 27-Jährige bemerkt, wie "mies" die Pädagogin mit den Kindern umgegangen sei. Sie soll den Schülern vorgeworfen haben, "Scheiße im Kopf" zu haben. Dabei soll sie vor allem einen Burschen heftig beschimpft haben. Als sich die 27-Jährige daraufhin an einen in der Nähe befindlichen Polizisten gewandt hatte, habe dieser ihr empfohlen, Anzeige zu erstatten.

Dies habe die Frau jedoch nicht getan. Stattdessen ging die 27-Jährige auf Facebook und verfasste dort ein Wut-Posting gegen die Lehrerin, die sie auch namentlich nannte. Zu dem Namen und der Schule sei die Frau durch eigene Recherche gekommen. Dabei unterlief der Kärntnerin ein Fehler, der ihr auch bei der Verhandlung am Klagenfurter Landesgericht bewusst wurde. Nicht nur hatte sie die Lehrerin verwechselt, sondern auch die Schule.

"Das ist sie ja nicht"

Entsprechend überrascht zeigte sich die 27-Jährige auch beim Prozess gegen sie wegen übler Nachrede: "Das ist sie ja nicht." Die Angeklagte zeigte Reue für ihr Verhalten. Sie habe so gehandelt, da ihr Kinder am Herzen liegen würden. Sie bot der Geschädigten 50 Euro als Entschuldigung an, welche die Pädagogin ablehnte.

Dennoch gab die Lehrerin der 27-Jährigen noch einen guten Rat mit. "Beherzigen Sie nur, das nicht mehr zu tun – Sie wissen nicht, wie schlimm so ein Online-Shitstorm ist, der plötzlich über einen hereinprasselt, ohne dass man irgendetwas dafür kann", wird die Pädagogin von der "Krone" zitiert.

Es sollte nicht der letzte Rat sein, den die Frau im Zuge der Verhandlung erhielt. Auch die Staatsanwältin richtete bezüglich des Drogenkonsums ernste Worte an die Angeklagte. "Um Sie herum sterben die Konsumenten wie die Fliegen. Bitte, Sie müssen da raus", so der Appell der Staatsanwältin. Dem schloss sich auch der Richter an: "Sie könnten so viel aus sich machen."

"Bin ja nicht blöd"

Dies scheint auch der reumütigen Beschuldigten klar zu sein. "Ich bin ja nicht blöd, ich mache nur viel Blödes", so ihr Fazit. Die Nachwirkungen der Drogen hätten sich bereits auf die Gesundheit der 27-Jährigen ausgewirkt. Laut eigener Aussage leide sie an Gedächtnisverlust.

Am Ende wurde die Angeklagte – nicht rechtskräftig – zu 20 Monaten Haft verurteilt. Diese müsse sie jedoch nicht absitzen, wenn sie erfolgreich eine Entwöhnungstherapie absolviert. Diesbezüglich versicherte die 27-Jährige, alles machen zu wollen, um ihr Leben wieder in die richtige Richtung zu lenken.

{title && {title} } red, {title && {title} } 06.05.2026, 14:51
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