Die Temperaturen klettern auf 35 Grad und mehr, das bekommen auch Wiens Wirte schmerzhaft zu spüren. Statt Schnitzel, Gulasch oder Salat im Gasthaus zieht es viele Wiener an kühlere Plätze.
Einer, der die Auswirkungen deutlich merkt, ist Thomas Schwabl. Gemeinsam mit seinem Bruder Adi führt er das traditionsreiche Gasthaus Schwabl in Wien-Landstraße, unweit des Praters. Das Lokal ist gut eingeführt, manche Stammgäste kommen sogar viermal pro Woche.
Doch bei extremer Hitze ändert sich das Bild, besonders an Sonntagen schlägt das Wetter voll durch: "Viele Mittagessen werden da abgesagt", erzählt Schwabl im Gespräch mit "Heute".
"Wenn es sehr heiß ist, kommen an den heißen Sonntagen bis zu 40 Prozent weniger Gäste", sagt der Wirt. Für ihn ist auch klar, wo seine Gäste stattdessen sind: "Die gehen lieber ins Bad oder kühlen sich woanders ab." Nachtrag: "Ich verstehe das auch."
Hinter den Kulissen wird jetzt genau nachgerechnet. Schließlich laufen Personal- und Betriebskosten weiter, auch wenn Tische leer bleiben. "Ich überlege, wie ich mit dem Personal umgehe. Entweder muss ich manche Dienste vom Wochenende weg verschieben, oder manche meiner Leute bekommen einen zusätzlichen freien Tag. Das muss ich noch überlegen", sagt Schwabl.
Größere Investitionen tätigte der Wirt bereits wegen der immer heißeren Sommer. Drei Gasträume sind mittlerweile mit Klimaanlagen ausgestattet. "Manche Gäste reservieren auch extra nur dort. Ohne Klimageräte würde es nicht mehr funktionieren", erzählt Schwabl.
Zuletzt sorgten Berichte über Lokale für Aufsehen, die ihre Gastgärten wegen der Hitze zeitweise schließen. Zu belastend seien die hohen Temperaturen für Gäste und Personal. Andere wiederum haben längere Sperrzeiten, "aber zum Glück betrifft mich das nicht."
Beim Schwabl-Wirt bleibt der Gastgarten auf jeden Fall offen. Er hat einen entscheidenden Vorteil: "Unser Garten steht im Schatten. Da muss ich keine Schirme aufstellen, unter denen es noch heißer wird."
Auf den Außenbereich verzichten könnte Schwabl ohnehin kaum. Vor allem seine Mittagsgäste zieht es trotz hoher Temperaturen ins Freie. "Die Büroleute, die zu Mittag kommen, die wollen eigentlich alle draußen sitzen."
Die Hitze macht sich sogar über dem Gasthaus bemerkbar. Dort betreiben die Brüder mehrere Gästezimmer. Auch hier mussten sie bereits reagieren. "Wir haben es schon erlebt, dass Gäste ausgezogen sind, weil es zu heiß wurde", erzählt Schwabl. Mittlerweile sind auch hier die Gästezimmer klimatisiert.