Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, zeigt sich standhaft: Rücktritt ausgeschlossen. Im Ö1-"Mittagsjournal" am Dienstag erklärte er unmissverständlich: "Ich bin für die Periode bis 2030 gewählt und werde diese genauso zu Ende führen." Damit reagierte er auf neue Anschuldigungen, er habe die langjährige Spartenobfrau Maria Neumann zu einem vorzeitigen Rücktritt gedrängt.
Neumann, elf Jahre lang Leiterin der Sparte Gewerbe und Handwerk, berichtete im selben Interview, man habe ihr eine vorbereitete Rücktrittserklärung zur Unterschrift vorgelegt. Sie habe sich unter Druck gesetzt gefühlt: "Wenn ich das nicht unterschreibe, dann werde ich auch nicht mehr zur Spartenobfrau gewählt."
Ruck sieht die Sache anders: Er habe Neumann lediglich informiert, dass er in der neuen Periode ohne sie plane – wegen Zeitmangels durch ihr Mandat im Nationalrat. Diese Begründung weist Neumann zurück. Sie sei vom Wirtschaftsbund selbst für das Parlament vorgeschlagen worden – das Argument halte nicht stand.
Die Causa reiht sich ein in eine Reihe von Vorwürfen gegen Ruck. Für Kritik sorgte zuletzt auch die Besetzung von Posten in der Sozialversicherung mit drei seiner engen Verwandten – Stichwort "Postenschacher".
Konkret soll Ruck laut "profil" seinen beiden Söhnen sowie seiner Lebensgefährtin Posten in Sozialversicherungsträgern beschafft haben: Sohn Christoph sitzt im Landesstellenausschuss der AUVA, Sohn Alexander ist Vorsitzender im Landesstellenausschuss der PVA – "Heute" berichtete. Der Wiener Wirtschaftskammer-Präsident betonte, die betreffenden Personen seien "fachlich qualifiziert".
Maria Neumann sprach offen über die Stimmung in der Kammer: "Der Organisation tut das alles nicht gut."