"Wo ist Ghani?" – Afghanische Reporterin in Tränen

Nazira Karimi ringt bei dem Medientermin mit Pentagon-Vertretern mit Fassung
Nazira Karimi ringt bei dem Medientermin mit Pentagon-Vertretern mit FassungCNN/Screenshot
Die afghanische Reporterin Nazira Karimi rang bei einer Pressekonferenz in den USA um Fassung. Nach ihrer Frage kämpfte sie mit den Tränen. 

Journalistin Nazira Karimi hat bei einer Pressekonferenz im US-Verteidigungsministerium Pentagon am Montag Klartext geredet. Als Karimi ihre Frage stellte, konnte die Journalistin ihre Tränen nicht zurückhalten. "Sie wissen ich stamme aus Afghanistan und bin heute sehr bestürzt. Weil die afghanischen Frauen nicht damit gerechnet haben, dass über Nacht die Taliban kommen würden", beginnt Karimi ihre Frage an Pentagon-Vertreter John Kirby. Dann bricht ihre Stimme. "Sie haben meine Flagge abgenommen. Das ist meine Flagge!", so Karimi unter Tränen. 

"Sie haben ihre Flagge hochgezogen. Alle sind bestürzt, vor allem die Frauen", fährt sie fort. Weiter zur Tagesordnung überzugehen fällt selbst der gestandenen Reporterin schwer. "Jetzt habe ich meine Frage vergessen." Mehrere Sekunden haben sie die Ereignisse in ihrem Heimatland so im Griff, dass sie nicht mehr weiter weiß. Bis ihr der Grund für ihre Anwesenheit bei der der Pressekonferenz wieder einfällt. "Wo ist mein Präsident? Der ehemalige Präsident Ghani."

Präsident Ashraf Ghani befindet sich nach eigenen Angaben im Exil. In einer Stellungnahme am Montag sprach er davon, dass Land verlassen zu haben. Angaben zu seinem konkreten Aufenthaltsort machte er nicht. Zuvor gab es Spekulationen, der Präsident habe Afghanistan in Richtung Usbekistan oder Tadschikistan verlassen. Die beiden Länder verbindet eine gemeinsame Grenze mit Afghanistan. 

Doch Pentagon-Sprecher Kirby kann ihr keine Antwort geben. Karimi hat eine klare Botschaft an "ihren" Präsidenten. "Ich bin vor den Taliban vor 20 Jahren geflohen. Jetzt gehen wir zurück zum ersten Schritt", so Karimi. "Haben sie einen Kommentar dazu?", fragt sie Kirby. Denn Präsident Ghani "sollte sich vor dem afghanischen Volk verantworten", beendet sie ihr emotionales Statement. 

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