Der Abschuss des italienischen Forschungswolfs Andrea sorgt weiter für Wirbel. Gegen den Jäger, der das rund 45 Kilogramm schwere Tier am 1. Februar 2026 in Kärnten erlegte, wurde am Montag bei der Bezirkshauptmannschaft Spittal/Drau eine Verwaltungsstrafanzeige eingebracht.
Eingebracht wurde sie von einer Tierschutzorganisation. Die Behörde wird den Fall nun prüfen. Laut Bezirkshauptmann kann das mehrere Wochen dauern.
Andrea war von der Universität Udine mit einem Sender ausgestattet worden. Die italienischen Forscher hatten die Bewegungsdaten an das Land Kärnten übermittelt, um den Abschuss des Tieres zu verhindern.
Auch die Kärntner Jägerschaft wurde auf den Wolf aufmerksam gemacht. Von der Abteilung 10 Land- und Forstwirtschaft gab es den Hinweis, dass Andrea ein Senderhalsband trägt und keinesfalls erlegt werden darf. Trotzdem wurde der Wolf am 1. Februar getötet.
Das Land betont allerdings, dass Jäger keinen direkten Zugriff auf die GPS-Daten von Andrea gehabt hätten. In einer Stellungnahme heißt es laut dem "ORF": "Als Entgegenkommen gegenüber der Universität Udine wurde betroffenen Jagdausübungsberechtigten an dem Tag, an dem die Information über eine Entnahmemöglichkeit erfolgte, das jeweilige Gebiet, in dem der besenderte Wolf zu diesem Zeitpunkt unterwegs war, mitgeteilt. Diese Daten wurden jedoch nach Übermittlung der Information nicht mehr aktualisiert."
Der Jäger war bei der Jagd mit einer Hand-Wärmebildkamera und einem Zielfernrohr ausgerüstet. Gegenüber einem Wildbiologen gab er an, das Sendehalsband in der Nacht nicht gesehen zu haben.
Die Tierschutzorganisation ANCA fordert nun ein generelles Jagdverbot für die streng geschützten Wölfe in Kärnten. Andrea Hagen von ANCA verweist dabei auch auf die Entwicklung bei den Wolfsrudeln. Während 2025 noch vier Rudel ausgewiesen worden seien, gebe es beim Bär-Wolf-Luchs-Zentrum derzeit keinen Nachweis mehr für ein bestehendes Wolfsrudel in Kärnten.
"Der Fall Andrea hat uns gezeigt, dass der Schutz nicht funktioniert. Die offizielle Stelle, also da, wo die Daten offiziell von Österreich, von den Bundesländern, gemeldet werden, verzeichnet eben für Kärnten kein einziges, reproduzierendes Rudel mehr." Eine Antwort des Kärntner Wolfsbeauftragten steht noch aus.
Vonseiten des Landes wird der Fall anders beurteilt. Es habe keinen konkreten Auftrag an die Jäger gegeben, sondern lediglich einen Appell, den besenderten Wolf nicht zu erlegen. Nach einer Prüfung des Falls seien vonseiten des Landes keine rechtlichen Schritte gegen den Jäger geplant.