"Ich habe schon vor Jahren gewarnt, dass es zu Übergriffen kommen kann", sagt Maximilian Mayr Melnhof, Salzburger Landesjägermeister, zu "Heute". Er erklärt: "Wölfe leben vom Töten, sie leben nicht zum Spielen."
Es herrscht gerade große Aufruhr in Deutschland: Montagabend um 19 Uhr wurde ein Wolf mitten im Hamburger Bezirk Altona gesichtet. Er betrat eine Einkaufspassage, fühlte sich dort gefangen. Immer wieder stieß er gegen eine Glasscheibe, das Tier konnte nicht hinaus. Eine Frau (65) beobachtete die Szene, wollte helfen.
Da kam es zum Angriff. Der Wolf biss in ihre linke Gesichtshälfte, erwischte Wange und Mund. Das Tier wurde schließlich vor der Polizei eingefangen. Es war die erste Wolfs-Attacke auf einen Menschen seit der Wiederansiedelung 1998.
In Österreich brandet die Wolfs-Diskussion regelmäßig auf. Immer wieder werden Raubtiere in der Nähe von Siedlungen und Spielplätzen gesichtet. Jagdexperte Mayr-Melnhof sagt, auch bei uns ist ein solcher Vorfall möglich, aber er will keine Angst schüren: "Im Grunde ist der Wolf ein scheues Tier, an sich ist er keine Gefahr." Ausnahme: "Wenn er in die Enge getrieben wird, und das wird er in der Stadt, dann greift er an."
Der Landesjägermeister erklärt, warum ein Angriff wahrscheinlich ist: "In Österreich leben statistisch etwa 110 Menschen pro Quadratkilometer, da kann der Wolf den Menschen nicht immer meiden."
Bitterer Abschluss: "Es wird noch viel mehr passieren – aber noch einmal: ich will keine Angst machen, ich lebe selbst in der Natur."