Zweimal innerhalb weniger Wochen musste Norwegens Königsfamilie Abschied nehmen. Doch während Marius Borg Høiby (29) bei der Beerdigung von König Harald noch mitten unter seiner Familie war, blieb sein Platz beim letzten Weg von Prinzessin Astrid (†94) leer.
König Haakon (53), Königin Mette-Marit (53), Kronprinzessin Ingrid Alexandra (22) und Königinmutter Sonja (89) kamen am 23. September zur Ris-Kirche in Oslo. Auch Prinzessin Märtha Louise und ihre Familie nahmen Abschied. Marius war hingegen nicht dabei.
Dabei hätte es zumindest die Möglichkeit gegeben, eine Genehmigung für das Verlassen von Skaugum zu beantragen.
Der 29-Jährige befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft, die er mit elektronischer Fußfessel auf dem königlichen Anwesen Skaugum verbringen darf. Will er das Gelände verlassen, benötigt er dafür eine entsprechende Erlaubnis.
Für Astrids Beerdigung versuchte Marius das offenbar gar nicht erst. Wie norwegische Medien berichten, wurde kein Antrag auf Hafturlaub gestellt. Warum er auf einen solchen Antrag verzichtete, ist bislang nicht öffentlich bekannt.
Bei König Harald hatte das noch ganz anders ausgesehen.
Als sein Zieh-Großvater am 9. September beigesetzt wurde, durfte Marius trotz seiner Fußfessel an der Trauerfeier teilnehmen. Die norwegische Polizei bestätigte damals, dass einem entsprechenden Antrag stattgegeben worden war.
Und Marius war nicht nur stiller Gast. Gemeinsam mit anderen Enkelkindern und Familienmitgliedern durfte er zuvor sogar Haralds Sarg tragen. Auch ein Besuch bei dem sterbenden König im Krankenhaus war ihm genehmigt worden.
Dass Marius bei Haralds Abschied dabei sein konnte, hatte damals für Diskussionen gesorgt. Der 29-Jährige war im Juni unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen und häuslicher Gewalt zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, gegen Teile davon wurde Berufung eingelegt.
Während seine Familie nun auch Prinzessin Astrid zu Grabe trug, bereitet sich Marius auf seinen nächsten großen Gerichtstermin vor.
Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass er erneut seine Verteidiger gewechselt hat. Alexander Greaker und Daniel Storrvik sollen ihn im Berufungsverfahren vertreten. Die Anwälte kündigten bereits eine neue Strategie und zusätzliche Beweise an. Der Prozess soll am 9. Februar 2027 beginnen und zunächst 16 Verhandlungstage dauern.