Es war ein Anruf, der gleich zwei Leben veränderte. Bei Simon dauerte es ganze zehn Jahre, bis sein Telefon läutete. Was der 31-Jährige damals noch nicht wusste: Er sollte für einen schwer kranken Buben aus Nordeuropa zum Lebensretter werden.
Vor vielen Jahren hatte sich der Linzer Simon als möglicher Stammzellspender typisieren lassen. Danach passierte lange nichts. Ende Mai meldete sich plötzlich eine deutsche Stammzellspenderdatei bei ihm. Simon kam als möglicher Spender infrage.
Simon überlegte nicht lange, er wollte helfen. Weil Simon in Österreich lebt, konnte er zu einer heimischen Stammzellspenderdatei wechseln. Seine Wahl fiel auf den Verein "Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich".
Anfang August stand schließlich fest, wann die Knochenmarkentnahme stattfinden sollte, langsam wurde Simon nervös. "Als ich erfuhr, dass ich als Spender infrage komme, war ich sofort Feuer und Flamme. Vor der Entnahme selbst war ich dann schon nervös. Aber letztendlich waren die Schmerzen und die Abgeschlagenheit geringer ausgeprägt als befürchtet."
Die Entnahme hatte Simon hinter sich gebracht. Doch was seine Spende tatsächlich bedeutete, wurde ihm erst später richtig bewusst.
Am zweiten Tag nach dem Eingriff bekam er erneut einen Anruf von "Geben für Leben". Diesmal erfuhr er, für wen seine Knochenmarkspende bestimmt war: einen Buben aus Nordeuropa.
"Die Realisation – und damit auch die Freude über den Beitrag, den ich leisten durfte – setzte etwas verspätet ein. Nämlich erst, als ich am zweiten Tag nach der Entnahme einen Anruf von Geben für Leben bekam und mir Land, Alter und Geschlecht des Empfängers mitgeteilt wurden."