Die schwierige Wirtschaftslage trifft jetzt einen bekannten oberösterreichischen Stempelhersteller, deren Produkte in fast jedem Büro zu finden sind. Die Welser TroGroup, zu der die Marken Trodat und Trotec gehören, muss auf den zunehmenden Kostendruck reagieren. Für zahlreiche Mitarbeiter hat das bereits konkrete Folgen: Sie müssen mit weniger Geld auskommen, zudem kommt es zu Kündigungen.
Wie die Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) berichten, wurde beim Stempel- und Tintenerzeuger Trodat mit gut 60 Mitarbeitern eine vorübergehende Verkürzung der Arbeitszeit vereinbart.
Für die Betroffenen bedeutet das: Sie arbeiten künftig um 20 Prozent weniger, bekommen dafür aber auch um 15 Prozent weniger Gehalt. Die Regelung betrifft Mitarbeiter in der Produktion und in produktionsnahen Bereichen.
Laut Unternehmen haben die Betroffenen der Maßnahme zugestimmt. Wie lange sie mit den geringeren Bezügen auskommen müssen, ist derzeit noch offen. Die Firma will die Situation regelmäßig überprüfen und die Arbeitszeiten an die Marktentwicklung anpassen. Weltweit beschäftigt Trodat mehr als 1.200 Mitarbeiter.
Nicht nur beim Stempelhersteller wird gespart. Auch beim Laserspezialisten Trotec in Marchtrenk, der ebenfalls zur TroGroup gehört, stehen große Veränderungen an. Wie die OÖN berichten, werden bestimmte Arbeitsabläufe an andere Standorte verlagert, unter anderem nach Rumänien. Dabei geht es um einzelne Tätigkeiten bei der Konfektionierung von Materialien.
Das Unternehmen betont, dass keine gesamte Produktion verlagert werde. Die Kernkompetenzen des Standorts Marchtrenk sollen erhalten bleiben.
Dennoch kommt es zu Kündigungen: wie viele, gibt die Firma nicht bekannt. Man spricht lediglich von einer "sehr niedrigen Anzahl von Mitarbeitenden".
Die Betroffenen wurden bereits informiert. Für einzelne Mitarbeiter wird geprüft, ob sie an anderer Stelle innerhalb der Unternehmensgruppe weiterbeschäftigt werden können.
Hinter den Einschnitten stehen laut Unternehmen der anhaltende Kostendruck und die schwierigen Marktbedingungen. Viele Kunden überlegen derzeit genauer, wofür sie Geld ausgeben, oder verschieben geplante Investitionen.
Die TroGroup will deshalb ihre Abläufe und Kostenstrukturen anpassen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Wie die OÖN berichten, erzielte die Unternehmensgruppe zuletzt einen Umsatz von 283,9 Millionen Euro. Mehrheitseigentümer ist mit 74,9 Prozent die Familie Müller-Just. Ein Viertel gehört einer niederösterreichischen Investorengruppe.