Festakt im Wiener Rathaus zum 25-jährigen Bestehen der "Allianz für den freien Sonntag". Bürgermeister Michael Ludwig (SP) hob dabei die Bedeutung eines gemeinsamen arbeitsfreien Sonntags hervor.
"Der freie Sonntag ist mehr als eine Frage der Arbeitszeit – er ist eine Frage danach, wie wir miteinander leben wollen", so Ludwig. Der arbeitsfreie Sonntag gebe Zeit für Familie, Freunde, Gemeinschaft, Sport und Kultur – oder einfach zum Durchatmen.
Gerade in einer Großstadt wie Wien brauche es neben wirtschaftlicher Dynamik auch verlässliche Zeiten für Erholung und Zusammenhalt. "Zeit ist die Ressource, die wir nicht vermehren können. Der freie Sonntag schafft einen wichtigen Rahmen dafür, dass Menschen gleichzeitig freihaben und diese Zeit miteinander verbringen können", so der Bürgermeister.
Die Allianz für den freien Sonntag besteht aus Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften und Organisationen der Zivilgesellschaft. Auch Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften engagieren sich seit Jahren für das Anliegen. Beim Jubiläum waren unter anderem Vertreter der katholischen, evangelischen und syrisch-orthodoxen Kirche dabei.
Für Ludwig zeigt die breite Unterstützung, welche gesellschaftliche Bedeutung der arbeitsfreie Sonntag hat. Dass unterschiedliche Organisationen seit 25 Jahren gemeinsam dafür eintreten, sei "ein starkes Zeichen für den Zusammenhalt in unserer Stadt".
Gleichzeitig verwies Ludwig auf all jene Menschen, die auch sonntags arbeiten müssen. Er bedankte sich ausdrücklich bei Beschäftigten, die Wien am Wochenende am Laufen halten - etwa in Krankenhäusern, bei Feuerwehr und Rettung, im öffentlichen Verkehr, in der Gastronomie oder im Kulturbereich.
"Wo Sonntagsarbeit notwendig ist, verdient sie Anerkennung und faire Arbeitsbedingungen. Wo sie nicht notwendig ist, sollten wir den Sonntag als gemeinsamen freien Tag bewahren", betonte Ludwig.