Eigentlich wollten die Rapid-Ultras ihre Fanfreundschaft mit Venezia feiern. Doch die Szenen haben sich in den Stunden nach dem Testspiel in Venedig überschlagen. Der ältesten und größten Fangruppierung bei Rapid wurden nach dem Spiel zwei "Fetzn" aus dem Auto gestohlen.
Laut Ultra-Kodex gilt der Verlust des "Fetzns" als große Demütigung und kann sogar eine Auflösung nach sich ziehen. Dementsprechend groß war der Aufschrei in Fußball-Österreich. Die Ultras konnten aber die beiden Fetzn nach langer Suche gemeinsam mit den Fanfreunden aus Venedig wiederfinden und äußerten sich auf ihrer Website das erste Mal zu dem Geschehenen.
So schreiben sie: "Wie allseits bekannt, kam uns letztes Wochenende neben einem Jubiläumsfetzn mit Gate 13 eines der wichtigsten Transparente unserer Gruppe abhanden. Für diesen Fehler gibt es keine Entschuldigung. Wir waren sprichwörtlich zerrissen, sowohl wegen des Geschehenen, als auch betreffend der Zukunft unserer Gruppe."
Zuerst gingen die Fans von einem gezielten Angriff einer rivalisierenden Gruppe aus: "In den ersten Stunden gingen wir stark davon aus, Ziel eines geplanten Angriffs einer verfeindeten Gruppe geworden zu sein. Mit der Zeit verstärkten sich aber die Anzeichen in Richtung einer Zufallstat und wir vermuteten die Täter im kleinkriminellen Milieu rund um Venedig."
Die Ultras werden aber nach dem Wiederauftauchen der Fetzn weiter existieren, wie sie bekannt geben: "Wir werden aus dieser Geschichte unsere Lehren ziehen, hinterfragen uns wie noch nie und gehen trotzdem gestärkt daraus hervor. Abschließend bedanken wir uns bei der, in diesem Fall wirklich bemerkenswert und nahezu vollständig zusammenstehenden, Rapid-Familie für den spürbar unterstützenden Rückenwind sowie bei vielen namhaften Ultrasgruppen aus dem In- und Ausland für ihren Zuspruch und ihre aufbauenden Worte."