3:1-Siege gegen Israel und den Kosovo, dazu noch ein 2:2-Remis gegen Irland – die ÖFB-Auswahl von Teamchef Ralf Rangnick führt die Nations-League-Gruppe B3 mit sieben Punkten auf dem Konto an. Der Aufstieg in die A-Liga ist in Griffweite, auch wenn sich Fußballfans in Österreich nach der mageren ersten Spielhälfte in Dublin durchaus Sorgen machen.
Da bot Rot-Weiß-Rot nämlich Schonkost, lag bereits mit 0:2 zurück, schaffte durch Alexander Prass und Michael Gregoritsch per direktem Freistoß allerdings die Trendwende, holte noch einen Punkt.
Danach war stets von fehlender Intensität und mangelnder Energie auf dem Feld die Rede. Das Schlagwort, das immer wieder fällt: "Heavy Metal" – also kompromisslos ins Pressing gehen, dem Gegner keine Zeit lassen, ihn unter Druck setzen, lästig und giftig sein. Genau für diese Spielweise ist Österreichs Nationalteam europaweit bekannt.
Dass dies nicht immer geklappt hat, zeigt sich an einer Statistik. Diese weist nämlich Österreich als schlechtestes Team in ganz Europa aus: bei den begangenen Fouls. Ganze 53 Fouls haben ÖFB-Spieler in den bisherigen drei Länderspielen begangen – das bedeutet Platz eins unter allen 54 Mannschaften, die an der Nations League teilnehmen. Dahinter liegen die Ukraine und Andorra mit jeweils 48 Fouls. Das fairste Team Europas sind die Tschechen mit bloß 15 Fouls, allerdings hat die Elf erst zwei Spiele bestritten, Rot-Weiß-Rot bereits drei Partien.
Generell haben einige Mannschaften in der Nations League erst zweimal gespielt, ganz repräsentativ ist diese Statistik deshalb nicht. Teams wie die Slowakei (23 Fouls), Griechenland (24 Fouls), Zypern und Schweden (25 Fouls), sowie die Niederlande (28 Fouls) waren in drei Spielen aber wesentlich fairer als Rot-Weiß-Rot. Auch gegen Gruppen-Gegner Israel wurden bloß 28 Fouls gepfiffen. ÖFB-Spieler sind übrigens 32 Mal gefoult worden.
Es gibt allerdings auch positive Statistiken. Nicht ganz vorne, aber trotzdem im Spitzenfeld, ist die ÖFB-Auswahl bei den Ballgewinnen. Mit 132 belegt die ÖFB-Elf damit Rang drei hinter der Türkei (145) und Portugal (138). Auch das zeigt, dass das ÖFB-Spiel auf intensives Pressing und Balleroberungen auf dem Feld ausgelegt ist.
Tatsächlich auf Platz eins ist Österreich in einer anderen Wertung: bei den Toren. In drei Spielen netzte Rot-Weiß-Rot gleich achtmal und damit öfter als jede andere Mannschaft in Europa. Auch hier: Es haben noch nicht alle Teams dreimal gespielt. Bemerkenswert ist allerdings, dass die acht Tore von acht verschiedenen Torschützen erzielt wurden. Und dass vier davon "Joker"-Tore waren.
Geteilt auf Platz eins ist Österreichs Team auch bei den Abschlüssen aufs Tor (22) – gemeinsam mit den Niederlanden. Eher im hinteren Feld, nämlich an 31. Stelle, liegt die ÖFB-Elf bei der Passgenauigkeit (85 Prozent), hier liegt England auf Platz eins (91,5 Prozent). Und auch 50 Prozent Ballbesitz sind eher Mittelmaß in der Nations League. Und vor allem auch nicht das Spiel, für das Rot-Weiß-Rot bekannt ist.