Tierischer Transportwahnsinn

Von Ungarn nach Dänemark! Welpen in Taubenbox gepfercht

Zollbeamte entdecken 16 geschwächte Hundewelpen in einem Auto. Teilweise waren die Hundebabys in Transportboxen für Tauben gequetscht.
Heute Tierisch
04.05.2026, 14:37
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Bereits am Mittwoch kam es zu dem grausigen Fund an der A2 im niedersächsischen Peine: In einem Auto mit rumänischem Kennzeichen entdeckten Zollbeamte im Kofferraum zwei Hundeboxen mit zwei Dackeln und einem Jungtier. Doch das war noch nicht alles – zwischen Beifahrersitz und Rückbank fanden sie unter anderen Gepäckstücken eine Transportbox für Tauben, in der sich weitere 13 Welpen zusammendrängten.

"Als wir eintrafen, machten wir uns Sorgen um ihren Zustand. Die Tiere waren bereits deutlich geschwächt und dehydriert", schilderte die Amtstierärztin. Die Luftzirkulation im Wagen sei viel zu schlecht gewesen. "Nach der Aufnahme im Tierheim, der Versorgung mit Wasser, Futter und ersten Auslaufmöglichkeiten zeigten sie sich erfreulicherweise wieder deutlich lebendiger."

Der Lenker des Autos gab an, von Ungarn nach Dänemark unterwegs zu sein. Den Transport mache er angeblich nur für Angehörige und Freunde, doch Papiere für die rund sechs Wochen alten Welpen konnte er laut Zoll keine vorweisen. Die Hunde hatten weder Heimtierausweis, Chip noch eine gültige Tollwutimpfung. Auch die vorgeschriebenen Gesundheitsbescheinigungen fehlten.

Von wegen "Freundschaftsdienst"

Wegen der Anzahl der Tiere geht der Zoll von einem gewerblichen Transport aus, doch dafür wäre ein Befähigungsnachweis des Fahrers nötig gewesen. Außerdem brauchen Fahrzeuge für den gewerblichen Tiertransport eine spezielle Zulassung – mit passender Belüftung, Wasserversorgung und ausreichend großen Boxen.

„Einige Welpen hatten eine seltene Scheckung. Für diese besondere Fellfarbe, die durch einen Gendefekt bedingt ist, werden von den Händlern deutlich höhere Preise verlangt“
Amtstierärztin zu den deutschen Medien

Die beiden ausgewachsenen Hündinnen erwarten laut Angaben in den kommenden Tagen Nachwuchs. Sie können also unmöglich die Mütter der Welpen sein. Was mit den Muttertieren passiert ist, bleibt unklar – auch das ist ein Verstoß gegen die Tierschutz-Hundeverordnung. Auf den Fahrer kommt jetzt ein Ordnungswidrigkeitenverfahren durch den Landkreis Peine zu. Er muss zudem für die Kosten der Quarantäne-Unterbringung der Tiere aufkommen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.05.2026, 14:37
Jetzt E-Paper lesen