Fünf kleine Welpen, kaum ein paar Wochen alt – und ihr Leben hängt bereits am seidenen Faden. Als sie im Tierheim Bruck an der Leitha (NÖ) ankamen, waren sie geschwächt, krank und viel zu jung. Statt behütet aufzuwachsen, beginnt ihr Leben mit einem harten Kampf ums Überleben. Die Hunde wurden offenbar aus China nach Österreich geschmuggelt – mit gefälschten Papieren, ohne gültige Impfungen und jünger als angegeben.
Am Zoll flog der Transport auf – für die Tiere begann damit kein neues Leben, sondern ein medizinischer Notfall. Seit einer Woche kümmern sich die Mitarbeiter nahezu pausenlos um die Welpen. Alle zwei Stunden wird gefüttert, gewogen und kontrolliert, zusätzlich müssen die Tiere gewärmt und medizinisch versorgt werden. Jeder kleine Fortschritt wird genau beobachtet – denn die Situation kann sich jederzeit verschlechtern.
Besonders ein Welpe namens "Pan" machte von Anfang an Sorgen. Umso größer war die Erleichterung, als er vor wenigen Tagen erstmals selbstständig fraß. Für die Pfleger ein wichtiges Zeichen, dass er Kraft sammelt.
Doch diese Hoffnung hielt nicht lange. Sein Zustand verschlechterte sich erneut, auch zwei seiner Geschwister wurden plötzlich apathisch und unterzuckert. Innerhalb kurzer Zeit war klar, dass sie dringend intensivere Hilfe brauchen – sie wurden auf die Vetmed gebracht.
Gegenüber "Heute" erklärte die Polizei, dass eine 43-jährige Rumänin die Welpen über den Flughafen nach Österreich gebracht haben soll. Die Frau sei über Istanbul eingereist und im Zuge von Einreisekontrollen kontrolliert worden.
Dabei habe sich gezeigt, dass die Tiere mit gefälschten Dokumenten eingeführt wurden – unter anderem sei ein Tollwut-Zertifikat "offensichtlich gefälscht" gewesen, zudem seien die Hunde älter gemacht worden, als sie tatsächlich sind. Die Frau wurde angezeigt, befindet sich aber auf freiem Fuß. Laut Polizei komme es nur selten vor, dass Hunde per Flugzeug geschmuggelt werden. Die Ermittlungen laufen.
Dort zeigte sich, wie ernst die Lage ist. Die Tiere leiden an mehreren Infektionen gleichzeitig: Giardien, zwei Arten von Kokzidien und starker Hakenwurmbefall – alles Parasiten, die den Darm angreifen und bei jungen Tieren schweren Durchfall, Schwäche und Dehydrierung auslösen können.
Kurz darauf folgte die nächste Hiobsbotschaft: Auch Parvovirose wurde festgestellt – eine hoch ansteckende Virusinfektion, die vor allem Welpen trifft und oft tödlich endet. Drei der Welpen werden deswegen aktuell stationär behandelt. Zwei sind stabil, einer ist weiterhin sehr geschwächt.
Für das Tierheim bedeutet der Fall eine enorme Herausforderung. Neben dem normalen Alltag und anderen Notfällen läuft die intensive Betreuung der Welpen rund um die Uhr weiter. Gleichzeitig steigen die Kosten für Untersuchungen und Behandlungen laufend an. Die Mitarbeiter hoffen nun, dass es die kleinen Tiere schaffen – und sie die nötige Unterstützung bekommen, um diesen Kampf weiterzuführen.