Tierisches Drama in Kärnten

Völlig vernachlässigt! 39 Rassehunde beschlagnahmt

In einem Kärntner Haus wurden 39 Australian Shepherds in schlechten Zuständen entdeckt. Die Polizei ermittelt wegen möglicher Gesetzesverstöße.
01.04.2026, 11:15
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Am 31. März wurden bei einer Hausdurchsuchung im Bezirk Klagenfurt-Land gleich 39 Australian Shepherds - vom nur einigen Tage alten Welpen, bis zum Zuchtrüden - entdeckt. Alle Tiere waren extrem verwahrlost, wurden ausschließlich im Haus gehalten und hatten nicht einmal ausreichend Wasser zur Verfügung. Das "Züchter"-Ehepaar muss sich jetzt auf mehrere Anzeigen gefasst machen.

Eigentlich war "nur" von 13 Hunden die Rede

Vertreter von der Bezirkshauptmannschaft und der Tierrettung haben sich gemeinsam mit der Polizei Zugang zu einem Haus verschafft. Sie sind eigentlich davon ausgegangen, dort 13 Australian Shepherds zu finden, die wegen untragbarer hygienischer Zustände gemeldet waren. Auch das Ehepaar, das aufgrund der schlechten Haltung angezeigt wurde, sprach von "nur" 13 Tieren.

Zwischen Kot und Dreck fand man dazwischen immer mehr Hunde jeden Alters - insgesamt aber 38 Tiere. Viele von ihnen waren in einem schlechten gesundheitlichen Zustand, weil sie offenbar nicht einmal ausreichend Wasser bekommen hatten. Die Wände waren bereits mit Urin durchtränkt, weshalb es kein Wunder ist, dass die Hunde fast alle starken Juckreiz, Augenentzündungen und auch Angstreaktionen gezeigt haben.

„Es tut einem das Herz weh, die verängstigten und verschmutzten Tiere zu sehen.“
Marita PontaschTIKO Klagenfurt

Marita Pontasch vom Tierschutzkompetenzzentrum Klagenfurt (TIKO) schildert die Lage sehr emotional und erzählt: "In welchem Zustand sie sind, wird im Laufe der nächsten ein, zwei Tage geklärt. Es ist natürlich furchtbar, auch wenn man so viele Hunde dann vor sich sitzen hat, die einem mit großen, traurigen Augen anschauen. Man hat bei allen gesehen, dass sie große Angst haben."

Mehrere Tierheime

Von Wolfsberg bis Villach mussten die 38 Rassehunde jetzt vorläufig auf diverse Tierheime in Kärnten aufgeteilt werden, um eine schnelle medizinische Behandlung zu gewährleisten und natürlich auch die Platzkapazität nicht überzubeanspruchen.

In den kommenden Tagen steht zunächst die medizinische Versorgung im Vordergrund. Die Hunde werden gründlich gewaschen, ihr Fell wird – wo nötig – geschoren und sorgfältig gebürstet. Erst wenn sich die Tiere körperlich erholt haben, kann damit begonnen werden, sich intensiv mit ihrem Verhalten und ihrem Charakter zu beschäftigen. Viele der Hunde sind scheu und verängstigt und benötigen nun vor allem Zeit, Ruhe und Vertrauen.

Momentan bitten die Tierheime von allfälligen Vermittlungsanfragen abzusehen, bis die Tiere soweit sind.

Hunde-Mafia?

Der Fall ist für die Polizei noch nicht abgeschlossen und es besteht der Verdacht, dass das Ehepaar das österreichische Tierschutzgesetz umgangen sein könnte und vielleicht sogar weitere, trächtige Hunde vorübergehend im Ausland versteckt hat.

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