Ein paar Stunden einkaufen und danach flattert eine Zahlungsaufforderung über 120 Euro ins Haus: Genau das ist laut einem Bericht der "Kleinen Zeitung" mehreren Besuchern des Einkaufszentrums Supernova in Villach passiert. Der Grund sind neue Parkregeln, die seit September gelten.
Wer sein Auto zu lange abstellt, muss mit einer saftigen Forderung rechnen. Allerdings gibt es für Kunden auch Möglichkeiten, die erlaubte Parkzeit zu verlängern.
Seit dem 8. September wird der Parkplatz des Einkaufszentrums von der Firma Avantpark überwacht. Bei der Einfahrt werden die Kennzeichen der Fahrzeuge automatisch registriert. So lässt sich feststellen, wie lange ein Auto auf dem Gelände abgestellt war.
Grundsätzlich dürfen Besucher maximal drei Stunden parken. Wer diese Zeit überschreitet, riskiert eine Zahlungsaufforderung über 120 Euro. Mehrere Autofahrer haben deshalb in den vergangenen Tagen bereits Post von Avantpark bekommen, heißt es in dem Bericht.
Hintergrund der neuen Überwachung ist die bisherige Nutzung des Parkplatzes. Offenbar stellten dort auch Menschen ihre Fahrzeuge ab, die gar nicht im Einkaufszentrum einkaufen wollten, sondern den Parkplatz als Park-and-Ride-Möglichkeit verwendeten. Das soll künftig verhindert werden.
"Ziel der Parkraumbewirtschaftung ist es, die vorhandenen Stellplätze in erster Linie für Besucherinnen und Besucher von Supernova Villach verfügbar zu halten", erklärt Marina Schlager-Kleewein vom Supernova-Presseteam in der "Kleinen Zeitung".
Über die neuen Bestimmungen informieren Hinweistafeln bei den Zufahrten und auf dem Parkplatz.
Für Autofahrer gelten folgende Parkzeiten:
- Montag bis Freitag: 5.30 bis 0.30 Uhr
- Samstag und Sonntag: 6.30 bis 22.30 Uhr
- Maximale Parkdauer: jeweils drei Stunden
Außerhalb der angegebenen Zeiten ist das Parken verboten. Auch bei einem Verstoß gegen dieses Verbot werden 120 Euro verlangt.
Wer für seinen Einkauf mehr Zeit benötigt, muss nicht automatisch zahlen. Die Geschäfte im Einkaufszentrum können für ihre Kunden eine Verlängerung der erlaubten Parkdauer um zwei Stunden veranlassen.
Zusätzlich arbeitet Supernova an einer Lösung mit einem QR-Code. Damit sollen Kunden die zusätzliche Parkzeit künftig freischalten können, heißt es weiter.
Auch für geringfügige Überschreitungen gibt es eine Regelung: Eine Toleranzzeit von zehn Minuten ist vorgesehen.
Die Beschwerden über die Zahlungsaufforderungen sind dem Einkaufszentrum bekannt. Nach Angaben des Unternehmens werden die Fälle einzeln geprüft.
"Wenn nachvollziehbar ist, dass eine Überschreitung der Parkdauer im Zusammenhang mit einem längeren Aufenthalt im Center entstanden ist, bemühen wir uns um eine kulante Lösung", erklärt Schlager-Kleewein in der "Kleinen Zeitung".
In vielen Fällen sei es möglich, die Forderungen zu stornieren.
Ähnliche Diskussionen gab es in Villach bereits im Frühjahr 2025. Damals erhielten Autofahrer laut "Kleine Zeitung" beim Fachmarktzentrum in Maria Gail Zahlungsaufforderungen über 110 Euro, weil sie noch vor dem offiziellen Beginn der Parkzeit auf das Gelände gefahren waren.
Nach heftiger Kritik trennte sich der Betreiber schließlich von der zuständigen Parkraumüberwachungsfirma.
Wer bei Supernova in Villach länger einkaufen möchte, kann sich über ein Geschäft zusätzliche Parkzeit ermöglichen lassen. So lässt sich eine unerwartete Forderung über 120 Euro vermeiden.