Für die Grünen ist der "widerwärtige Vorfall" ein Beleg dafür, "wie sehr Rassismus in unserer Gesellschaft nach wie vor verbreitet ist". "Solche Übergriffe sind klar zu benennen, auf das Schärfste zu verurteilen und keine Sekunde zu akzeptieren", betonen Frauenstadträtin Eva Schobesberger und Integrationssprecherin Abena Carty-Pinner.
Was ist passiert? Eine 24-Jährige wurde vergangene Woche am Abend Opfer einer Attacke: Nachdem sie in der Goethestraße in einen Bus eingestiegen war, lachte ein Fahrgast und machte Anspielungen weit unter der Gürtellinie. Doch damit nicht genug: "Ich f**** nur weiße Schlampen", soll der Mann geschrien haben.
"Ich war schon sehr oft mit Rassismus konfrontiert in meinem Leben, aber noch nie auf so eine derbe Art und Weise", zitiert der "Kurier" die Betroffene. Sie habe aber keine große Angst gehabt, sondern sei eher baff und geschockt gewesen. "Der Mann war vielleicht unter Drogen oder hatte eine Psychose."
„Ich war schon sehr oft mit Rassismus konfrontiert, aber noch nie auf so eine derbe Art und Weise.“Die Betroffene
Integration sei ein gemeinsamer Auftrag für die gesamte Gesellschaft. "Spielregeln, die eingehalten werden müssen, gelten für alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Hautfarbe", so Schobesberger und Carty-Pinner. Diese Tatsache gelte es auch, in der städtischen Integrationsstrategie, die gerade in Arbeit ist, klar zu verankern.
Für Schobesberger steht fest: Der jetzt bekanntgewordene Vorfall sei nur die Spitze des Eisbergs. "Unter der Oberfläche schlummern viele weitere Übergriffe, die erst gar nicht an die Öffentlichkeit gelangen, deshalb aber nicht weniger schlimm und verurteilungswürdig sind."
Während manche politische Kräfte dauernd lautstark die Pflichten von Personen mit Migrationserfahrung einfordern würden, herrsche genau von diesen dröhnendes Schweigen, wenn Hass- und Rassismusattacken publik werden. "Wir dürfen unsere Stadt nicht jenen überlassen, die im Bierzelt und auf Social Media Hass und Hetze predigen", so Carty-Pinner.
„Wir dürfen unsere Stadt nicht jenen überlassen, die im Bierzelt und auf Social Media Hass und Hetze predigen.“Abena Carty-PinnerGrüne Gemeinderätin
Der rassistische Angriff ist nicht der erste Zwischenfall, der diese Woche in Linz für Fassungslosigkeit gesorgt hat: Unbekannte zündeten beim Volkshaus Bindermichl eine Regenbogenfahne ang. Die Politik verurteilt den gemeinen Anschlag.
Es sei nicht einfach fremdes Eigentum beschädigt worden, betont die zuständige Vizebürgermeisterin Karin Leitner (SPÖ). Wer eine derartige Flagge anzünde, sende die Botschaft: Queere seien hier nicht willkommen. "Genau dem widersprechen wir mit aller Klarheit."